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PURPLE HILL WITCH - s/t

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Artist PURPLE HILL WITCH
Title s/t
Homepage PURPLE HILL WITCH
Label CHURCH WITHIN
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

Was dem Indierock sein Shoegaze, ist dem Metal sein Doom. Beide Genres orientieren sich stark an der Vergangenheit, weisen jeweils eine ganz spezifisch vernebelte Ästhetik auf und loten dabei stets Extreme hinsichtlich Geschwindigkeit und Lautstärke aus. Nicht zuletzt sind beide Genres nach jahrzehntelangen Höhen und Tiefen schließlich mehr oder weniger im Mainstream angekommen.

Auch die norwegischen Doomrock-Emporkömmlinge PURPLE HILL WITCH stoßen ihre musikalischen Eckpfeiler in ganz klar abgegrenztes Gebiet, in dem es bereits seit einiger Zeit recht eng geworden ist: Vor allem die frühen BLACK SABBATH und die so genannte „New Wave of British Heavy Metal“, die in den späten Siebzigern begann und ihr mit Powerchords ornamentiertes Zepter bis tief in die Achtziger Jahre hinein schwang, haben deutliche Spuren bei dem Trio hinterlassen. Zurück also zu den knorrig-mäandernden Wurzeln des Hardrock. Zeitweilig wuchsen diese nur versteckt unter der Erdoberfläche. Der gegenwärtige Trend sorgt mittlerweile wieder dafür, dass sie wieder mit voller Wucht aus dem Boden schießen dürfen.

Innerhalb dieser Grenzen machen PURPLE HILL WITCH mit ihrem Debütalbum vieles richtig und erfüllen dabei alle Wünsche des geneigten Doomrockers. Vielleicht den ein oder anderen Wunsch zu viel, denn Ecken und Kanten, geschweige denn eine Öffnung in unbekanntes Territorium sucht man auf dem Album beinahe vergeblich. So gräbt sich die Band tief in repetitive Grooveschleifen, in denen man auch dem ein oder anderen vertrauten Proto-Metal-Riff begegnet. Eindrucksvoll sind hier dennoch die instrumentalen Noisegebirge wie sie zum Beispiel im Epizentrum von „Astral Booze“ aufgetürmt werden.

Mit dem Titeltrack beweisen PURPLE HILL WITCH am Ende doch noch Mut zur Abwechslung: In gut elf Minuten wechselt das Stück mehrfach Geschwindigkeit und Richtung. Schließlich lässt sich die gemächliche Doom-Dampfwalze ein paar Funken sprühende Raketenantriebe wachsen, die das fauchende, metallene Ungetüm von einer hallenden Mundharmonika begleitet in den Nachthimmel emporheben. Fans von PENTAGRAM, WITCHFINDER GENERAL oder auch BLACK SABBATH finden viele gute, aber auch viele bereits bekannte Ansätze, mit denen sich die drei Norweger im soliden Mittelfeld aufstellen.

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