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PURWIEN - Eins

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Artist PURWIEN
Title Eins
Homepage PURWIEN
Label MAJOR RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Hinter PURWIEN verbirgt sich das Solodebüt des gleichnamigen Künstlers Christian P., der sich bereits als Fronter von SECOND DECAY einige Meriten in der deutschen Electro Landschaft verdient hat. Immerhin liegt die Gründung von SD bereits 20 Jahre zurück, wir haben es hier also mit einem alten Hasen zu tun, der es sich leisten kann, seinen Nachnamen zum Programm zu machen. Oft deutet so ein Vorgehen ja auch auf eine leicht gesteigerte Egozentrik hin. Neben ihm musizieren noch Steffen Neuhaus (Keyboard) und Marcel Schlepp (Schiessbude), gemeinsam konnte man bereits auf gemeinsamer Tour mit MESH und MECHANICAL CABARET ein erstes Ausrufezeichen setzen. Damals war auch JOACHIM WITT als Gast an Bord, mit dem PURWIEN die gemeinsame Vorabsingle „Alle Fehler“ aufgenommen haben. Dieses Stück ist dann auch gleich drei Mal auf dem Silberling enthalten: Mit und ohne den „Goldenen Reiter“ sowie im OKTONAUT Remix.

Und ohne Zweifel handelt es sich hier um DAS Highlight der Scheibe. Treibender Synthie Pop mit leichtem Future-Zuckerguss und einem beeindruckenden Refrain. Purwiens Stimme ist das A und O der Kompositionen, keine Frage, dass man hier das Adjektiv „charismatisch“ vergeben darf. Umso erstaunlicher, dass er hier und da nicht ganz sauber klingt, insbesondere im „tieferen“ Bereich – siehe den Anfang von „Raum 12“. Ansonsten aber durch die Bank gut produzierter Genresound, der allerdings mit Innovationen geizt. Dass der Künstler etwas eigenwillig drauf zu sein scheint, beweisen das merkwürdige Geschlechter-Puppen-Artwork und die 4 gesprochenen Interludes. Wem die Stimme bekannt vorkommt: Andreas Fröhlich ist Bob Andrews von den „3 Fragezeichen“ und natürlich auch der Synchronmensch hinter Mimen wie Edward Norton. Seine kurzen Monologe zeugen von genauen Gesellschaftsbeobachtungen, pointiert rübergebracht. Allerdings stören sie auch den Fluss des Albums und spätestens beim dritten Mal wandert der Finger zur Skip Taste. Nicht tragisch aber typisch für solche Unterbrechungen. 5 Bonus Tracks von Könnern wie JOKE JAY oder WELLE:ERDBALL runden das Vergnügen gelungen ab.

Also ein klassisches Synthie Pop Werk mit leichten Schwächen in der B-Note, einigen hymnischen Tracks und viel Altersweisheit. Fans von SECOND DECAY aber auch BEHIND THE SCENES, FROZEN PLASMA etc. können hier nur sehr wenig verkehrt machen.

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