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PYRIOR - Onestone

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Artist PYRIOR
Title Onestone
Label SETALIGHT RECORDS/ FUZZMATAZZ RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

PYRIOR sind 2008 in Berlin mit Jam-Sessions gestartet und haben bis dato zwei EPs sowie zwei LPs in die Musikwelt sickern lassen. Wir haben hier eine astreine Mischung aus griffigem Stonerrock und psychedelischen Ausflügen, die teils fast schon amutig wirken. Die drei Bandmitglieder Max Appeal (Gitarre), Dan Low (Drums) und Toa Ster (Bass) haben bereits mit diversen Szenebekanntheiten gespielt und das definitiv verdienterweise, denn sie stehen diesen in kaum etwas nach. Auch ist das Ganze offenkundig für die Bühne gemacht, warum also nicht rauf da?! So viel sei somit schon einmal vorweg genommen. Das Album “Onestone”, das hier vorliegt, ist das aktuelle Werk von PYRIOR und seit 2014 zu haben und zu hören.

Es präsentiert sich als homogenes Gesamtbild und PYRIOR zeigen mit “Onestone” eindrucksvoll, dass man mit Musik auch Bilder malen und bombastische Eindrücke schaffen, Geschichten erzählen und Reisen kreieren kann. Selten passen Songtitel so treffend auf das, was man mit ihnen zu hören bekommt. “Onestone” ist also nicht nur Musikalbum, sondern auch Bilderbuch. So treibt “Sphere” einen mit noch sanften Hieben und tatsächlich sphärischen Klängen und Melodien auf den Pfad “Onestone”, der trotzdem immer klar ausgebreitet vor einem liegt und nicht so richtig entführen will. Das Tochterstück zum Album glänzt mit einer eingängigen Melodie sowie einigermaßen brachialen Riffs und hat als einziges so etwas wie Gesang zu bieten. Von wem auch immer, haben PYRIOR das Schrammel-Gen geerbt und leben es, wie man auch an “Arakis” (Dune?) feststellt. Das kommt recht verspielt und erst entspannt daher, wird dann eben wunderschön schrammelig. Hier zeigt sich auch besonders das zuvor erwähnte “Anmutige”, das gerade einfach nicht besser beschrieben werden kann. Das zu mögen dürfte jedenfalls nicht schwer fallen. Mit “Dark Side Of Neptune” geht’s passend eher düster voran, wird bald aber sogar melancholisch verträumt und endet in einer verschlafenen Szenerie. Aus der werden wir sogleich von “Sunrise” erweckt, das uns mit sanften Soundstrahlen und einer Gitarre, die am Morgen sicher noch besser kommt als Kaffee und Brötchen, zurückholt. Der dritte Teil des Albums gibt sich mit “Wolfsend”, “Surface Tension” (auch hier merkt man wieder, wie passend der Songtitel eigentlich ist) und auch “Lunar Eclipse II” weiterhin psychedelisch und breit. Schwurbelige Parts wechseln sich mit ruhigen, gezupften Passagen ab, um wieder von dröhnenden oder treibenden Elementen überholt zu werden. Überhaupt herrscht auf dem gesamten Album ein gutes Zusammenspiel zwischen Bass, Gitarre und Drums, wobei Letztere oft als zurückhaltend wahrgenommen werden. Den Zusatz in Form der römischen Ziffer “II” hat der letzte Track wohl übrigens in Anlehnung an die letzte EP, die – na? – natürlich “Lunar Eclipse” heißt.

“Onestone” ist eine Scheibe, die sich derzeit recht gut in die Klanglandschaft der Berliner Stonerszene einfügt und ruhig öfter mal gespielt werden darf.

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