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QNTAL - Purpurea – The Best Of

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Artist QNTAL
Title Purpurea – The Best Of
Homepage QNTAL
Label DRAKKAR/ SONYBMG
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Es gibt Bands, bei denen man darüber streiten kann, ob jemals genug Material für eine Best-Of-Veröffentlichung vorhanden sein wird. QNTAL sind eigentlich genau das Gegenteil und so ist man angesichts der Doppel-CD “Purpurea” als Fan schon fast ein bisschen enttäuscht, wenn die persönlichen Favoriten nicht alle wiederzufinden sind. Freilich ist es aber auch so, dass alle Tracks auf “Purpurea” ihre Berechtigung im Rahmen einer musikalischen Retrospektive von QNTAL haben.

1991 von Michael Popp und Sängerin Sigrid Hausen (“Syrah”) zusammen mit DEINE LAKAIEN-Komponist Ernst Horn gegründet, vereinten QNTAL bereits auf ihrem ersten Album “QNTAL I” moderne Elektronik mit mittelalterlichen Mythen und virtuosem Frauengesang. Wo sie sich mit ESTAMPIE, dem anderen Projekt von Popp und Syrah, eher an Authentizität und einer modernen, aber gleichzeitig musikalisch klassischen Bearbeitung mittelalterlicher Vorlagen versuchen, begegnen sie mit QNTAL dem Mittelalter in einem synthetischen Ansatz. Man versucht, allgemeingültige Brücken zwischen dem Hoch- bis Spätmittelalter und dem Jetzt zu schlagen. Liebe, Trauer, Sehnsucht, Schönheit, Transzendenz aber auch Vergänglichkeit wurden von ihnen in den fast 18 Jahren Bandgeschichte von sehr unterschiedlichen Positionen aus beleuchtet. E-Orgeln, Drumcomputer, chorale Gesänge und Synthesizer bilden die Leinwand, auf der man mit der Stimme der Sängerin über die Jahre hinweg das Bild einer halbphantastischen, stark romantischen Gegenwelt aufgetragen hat. “Purpurea” zeichnet diese Entwicklung vor allem auf der ersten CD nach, die die wohl prominentesten Stücke der mittlerweile sechs Alben vereint. Neben „Tanzhits“ wie die Klassiker “Palästinalied”, “Ad Mortem Festinamus”, “Am Morgen Fruo” oder dem noch relativ jungen “Departir” finden sich auch die eher ruhigen Balladen und Songs wieder, die vor allem das fünfte Studioalbum “Silver Swan” stilistisch ausgemacht haben. Die enorme Bandbreite der Kompositionen, herausgerissen aus der Dramaturgie der jeweils eigenen Alben, ergibt auf “Purpea” schon fast eine Veröffentlichung, die gleichberechtigt neben den sechs Longplayern stehen kann. An der Trackauswahl kann man nicht herumdebattieren, denn bei allen von den Fans angelegten Maßstäben bleibt es umso mehr in der Verantwortung der Musiker selbst, das Beste ihrer Arbeit zu küren.

Der zweite Silberling ist einmal mehr von einer regelrechten Remix-Flut geprägt, auf der jedoch bis auf “Levis” keines der Stücke von CD Nummer eins neu verwertet wurde und somit weniger diesen Gimmick-Charakter vieler anderer Remix-CDs verkörpert. Ferner handelt es sich ja auch um gar keine reine Remix-Platte, denn “Unmaere”, “Rot” und “Ludus” sind dort in den ursprünglichen Versionen vertreten. Bis auf wenige Ausnahmen bleibt man bei den Neubearbeitungen der Lieder auch von den üblichen Anwandlungen mancher Remixer verschont, die nicht mehr unternehmen, als einen 4/4-Beat unter eine bestehende Melodie zu legen. Negative Ausnahme hier der “Obscurus Mix” von “Glacies”. Manche Bearbeitungen sind mitunter auch etwas gewöhnungsbedürftig, was meist vor allem an dem starken Original liegt (z.b. der “Novus Remix” von “Ecce Gratum”). Für aufgeschlossene Hörer und auch QNTAL selbst dürfte der eine oder andere aber sicherlich eine Bereicherung darstellen.

Alles in allem also eine würdige Best Of, die Fans und Neueinsteiger gleichermaßen begeistern dürfte und optisch wie auch alle andere QNTAL-Releases einiges zu bieten hat.

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