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QNTAL - QNTAL IV – Ozymandias

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Artist QNTAL
Title QNTAL IV – Ozymandias
Homepage QNTAL
Label DRAKKAR
Leserbewertung
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6.0/10 (5 Bewertungen)

Es gibt Bands, die mich mit jeder herausgebrachten Scheibe immer wieder aufs neue – mal positiv, mal negativ – überraschen, und das ist auch irgendwie gut so. Als Gegenpool gibt es natürlich auch einige wenige Formationen, die seit Jahren erwartungsgemäß konstant – ausnahmslos höchstqualitative Alben abliefern, und das ist ebenfalls schön. Zu letzteren gehören zweifelsohne die Pioniere der Verschmelzung von Mittelalter und moderner Elektronik: QNTAL. Bereits mit ihrem Debüt im Jahre 1992 setzte die Band die Meßlatte für ihr späteres Unterfangen verdammt hoch und, das vorweg, trotz dem Ausstieg vom Gründungsmitglied Ernst Horn im Jahre 1999 bleibt das hohe musikalische Niveau auch mit dem vierten Studiowerk erhalten.

Bereits bei dem 2003er Album „QNTAL III – Tristan and Isolde“ ersetzte Phillip Groth den DEINE LAKAIEN Mastermind und ist spätestens jetzt, mit dem Erscheinen von „Ozymandias“, als „Vollmitglied“ in die Herzen der Fans aufgenommen worden. (so war es zumindest bei mir) Sonst bleibt alles wie gehabt: Auswahl der Texte und Gesang – Sigrid Hausen alias Syrah. Für die Vertonung und die altertümliche Instrumente verantwortlich – Michael Popp. Beide anerkannte, studierte mittelalterliche Musikspezialisten, die seit den frühen 90er Jahren als Grenzgänger zwischen den Pop und Klassik Welten äußerst erfolgreich unterwegs sind.

Das neue Werk des Trios ist ein Album mit dem Leitgedanken über die Kurzlebigkeit der weltlichen Macht/ des Ruhmes im Kontrast zur Unvergänglichkeit der Macht der Natur mit ihren vier Elementen: Wasser, Erde, Luft und Feuer. Als „roter Faden“ fungiert dabei ein Gedicht des englischen Romantikers P.B. Shelley: „Ozymandias“, der griechische Name des ägyptischen Pharaos Ramses II stand auch Pate für den Albumtitel. Der Inhalt der Scheibe erscheint beim ersten Durchhören runder und zugänglicher als der beim Vorhänger. Kein Wunder eigentlich, da diesmal, laut Michael Popp, alle Texte hauptsächlich aufgrund ihrer „Musikalität“ ausgesucht wurden, was wiederum den Prozess der Vertonung erheblich erleichtert hat. Mein erster musikalischer Höhepunkt ist das altenglische Gedicht „Blac“, welches klanglich ein ganz klein wenig an die guten alten Wave Zeiten der frühen 80er Jahre erinnert. Auch der Anfang des nächsten Songs „Dulcis Amor“ bringt die Erinnerung an YAZOO und „Only You“ zurück. Mittelalterfans, die nichts mit 80er Mucke am Hut haben, dürfen sich aber beruhigen, das Trio hat natürlich seinen Stil nicht verändert, die angesprochene Elemente sind nur ein kleiner Teil des vollkommenen musikalischen Puzzles namens QNTAL.

Je mehr man in „Ozymandias“ hineinhorcht, desto mehr entfalten sich auch die Finessen der elektronischen Parts, beigesteuert von Phillip Groth, in dem die Band zweifellos einen würdigen Nachfolger von Ernst Horn gefunden haben dürfte. Das Album hält erstaunlich viele tanzbare Lieder parat. Außer der Singleauskoppelung „Flamma“, die ein wenig die Anfangszeiten der Band aufleben lässt, wären da z.B. „Cupido“ mit den hypnotischen Beats gefolgt von dem zumindest am Anfang enorm an klassische Wave Epigonen angelehnten „Amor Volat“ zu nennen, oder auch das kernige „Indiscrete“, das fast von TANZWUT stammen könnte, wäre da nicht Syrahs Stimme;-)

„Ozymandias“ ist vielleicht keine Revolution, aber eine Evolution ist es auf jeden Fall. Zum ersten mal benutzt die Band nicht nur mittelalterliche Texte, sondern auch Schriftstücke aus anderen Epochen bis zum Anfang des XIX Jh. Diese Mischung aus Zeit, Kulturen und Sprachen wurde zu einem homogen wirkenden Endprodukt namens „Ozymanias“ perfekt verschmolzen. Die dreizehn Stücke ergeben ein abwechslungsreiches, leicht melancholisches Album, das aber nie klaustrophobisch-bedrückend wirkt. Eine sehr gelungene CD, an der nicht nur die Hardcore Mittelalter Fraktion ihren Spaß haben wird.

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