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R.M.F. - Into

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Artist R.M.F.
Title Into
Homepage R.M.F.
Label MINISTRY OF SOUND
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Die Leichtigkeit des Seins erträglich gemacht. So oder ähnlich könnte man das Debütalbum der russischen Popkombo R.M.F. beschreiben. Ganz getreu dem Motto „Grenzen sind zum sprengen da“ haben sie mit ihrer CD „Into“ viel gewagt. Die seit etwa zwei Jahren bestehende Band hat beschlossen, sich hinter keinem Klischee dieser Welt verstecken zu müssen, und tritt selbstbewusst hinter dem viereckigen Bild, das die Welt über russischen Pop hatte, hervor. Das ausgereifte, satte Klangbild beweist, dass Risikofreudigkeit sich manchmal wirklich auszahlt.

Wenn man sich nicht mehr von Vorurteilen und festen Vorstellungen zurückhalten lässt, bemerkt man plötzlich, was alles geht. Das ist eindeutig auch Arina (Vocals und Keyboard), Yury (Gitarre), Rezunov (Gitarre) und Vlad (Drums) aufgefallen. Dementsprechend wird kräftig gedehnt, was sich dehnen lässt und alles probiert, das schmecken könnte. In dem leichten und luftigen Popsound, der übrigens etwas von der Verspieltheit der SUGACUBES in sich trägt, finden sich sehr verschiedene Elemente wieder, die sich dem Hörer erst langsam in ihrer Vielfalt offenbaren. Einflüsse aus dem Jazz , Ska, Reggae sind zum Beispiel bei „My Pride“, „Love Is Like A Flame“ oder auch „One To Decide“ klar erkennbar und sorgen dafür, dass die Songs sich über die im Pop gängigen Songstrukturen hinweg heben. Häufige Tempo- und Rhythmuswechsel führen zu einem abwechslungsreichen Sound, ohne stressig zu wirken oder zu geplant zu erscheinen. Unterm Strich ähneln R.M.F. auch durchaus experimentellem skandinavischem Pop, oder auch Formationen wie LAMB. Etwas versteckter sind die Gitarrenriffs, die an den Blues erinnern, die vereinzelten Trip Hop-Beats, der feine Stoff sorgfältig umeinander gewebter Gitarrenlinien. Während viele der Tracks auf „Into“ doch eher rockig daherkommen, wie „Yesterday Is Gone“ oder „Don’t Let Me Down“, ist R.M.F. mit „Rain“ eine wirklich schöne Ballade gelungen. „Rain“ kommt ohne Drama und Schnörkel aus und lebt einzig und allein von der schönen melancholischen Komposition und Arinas glockenheller, klassisch ausgebildeter Stimme, die stellenweise an BJÖRK erinnert. Da Arina generell eher emotional und direkt klingt hat die Musik von R.M.F. etwas sehr ehrliches. So schafft die Band es, ihren Pop gleichzeitig geradlinig und verspielt zu gestalten. Gerade die Verspieltheit spielt eine tragende Rolle auf „Into“, wie „Breaking Hearts und „The Only Way“ angenehm unter Beweis stellen.

R.M.F. beeindrucken durch ihre enorme Stilsicherheit. „Into“ klingt so ausgereift, dass man es eher für ein drittes Album halten würde, als dahinter ein Debüt zu vermuten. Es würde mich gar nicht wundern, wenn man die Vorab Single „Love Is Like A Flame“ in den Charts wieder finden würde. Das Potenzial dafür ist da!

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