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RADICAL FACE - The Family Tree: The Branches

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Artist RADICAL FACE
Title The Family Tree: The Branches
Homepage RADICAL FACE
Label NETTWERK
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Wer den Trailer zur Werbekampagne „I Am Nikon“ gesehen hat, kennt bereits einen Song von Ben Cooper aka RADICAL FACE, denn seine Nummer „Welcome Home“ vom 2007er Debüt „Ghost“ fand hier Verwendung. Noch bevor dieses Album überhaupt erschienen war, befasste sich der Musiker jedoch bereits mit der Geschichte einer fiktiven Familie aus dem 19. Jahrhundert, die er zu ersinnen und musikalisch umzusetzen gedachte. „The Familie Tree“ sollte die Trilogie heißen, deren erster Teil „The Roots“ 2012 veröffentlicht wurde. Jetzt ist mit „The Branches“ der Mittelteil dran, der abermals die Prämisse enthält, dass nur Instrumente Verwendung finden, die es zu jener Zeit – wir befinden uns in den Jahren 1860 bis 1910 – bereits zugänglich waren.

Entsprechend ist der aktuelle Silberling eine ruhige Singer-/Songwriter-Platte mit viel Gefühl und Tiefgang geworden, die zum Zuhören einlädt und das Herz berührt. Laute Worte scheint es in dieser Familie nicht zu geben, zumindest hört man nichts Entsprechendes auf „The Branches“, wohl aber kann man sich beim rhythmusbetonten „Chaines“ vorstellen, wie sich der Clan gemeinsam bei der schweren Feldarbeit plagt. „Holy Branches“ erinnert derweil ein wenig an das bereits erwähnte „Welcome Home“ (mit inzwischen mehr als 16,5 Millionen Views auf Youtube!), während „The Crooked Kind“ mit seinen Streichern und Hintergrundchören von besonderer Schönheit ist. Dank „From The Mouth of An Injured Head“ zieht das Tempo an, der Stil der Langrille bleibt jedoch insbesondere wegen des zarten Gesangs des Herren Cooper filigran, was beim sich anschließenden „Southern Snow“ erneut voll zum Tragen kommt. Ganz sachte meint man den Schnee fallen zu hören, ehe wuchtige Percussions an einen aufkommenden Sturm denken lassen „The Gilded Hand“ schließt sich mit leisen Tönen an, die mitunter an Dramatik zunehmen. In ähnlicher Weise beendet RADICAL FACE dann auch mit „We All Go The Same“ den zweiten Teil seines Dreiteilers.

Ben Cooper weiß mit seinen kleinen Geschichten bestens zu unterhalten und schafft auf „The Family Tree: The Branches“ eine intime Stimmung, der man sich kaum entziehen kann. Manchmal ist weniger einfach mehr und braucht es keine großen Orchester oder lauten elektronisch verstärkten Instrumente, um des Hörers die volle Aufmerksamkeit zu erlangen.

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