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RADICAL FACE - The Family Tree: The Leaves

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Artist RADICAL FACE
Title The Family Tree: The Leaves
Homepage RADICAL FACE
Label NETTWERK
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„The Leaves” ist der dritte Teil der „The Family Tree“-Trilogie. Ben Cooper verarbeitet anhand dieses fiktiven Stammbaums einer Südstaatenfamilie aus dem 19. Jahrhundert seine eigene Geschichte. Nach dem ersten Album „The Roots“, das minimalistisch begann und dem cineastischen „The Branches“ durchweht „The Leaves“ der Geist des literarischen Realismus eines John Steinbecks.

Den Anfang macht diesbezüglich der Opener „Secrets (Cellar Door)“ mit einer energetischen Melodie, die ihre Kraft aus treibenden Beats, sich zum Himmel erhebenden Gitarren und Coopers schwebendem Gesang zieht. Dem schließt sich das düstere „Rivers In The Dust“ an und erzählt gemächlich über das langsame Reisen, um sich immer mehr zu einem Shoegazer mit großen, dunklen Langäxten zu entwickeln. „Everything Costs“ übernimmt mit feinen Melodien, ehe „The Ship In The Port“ perlende Tonfolgen durch die Gehörgänge schickt, die nach einem leisen Start an Intensität gewinnen. Unaufgeregt folgt das muntere „Midnight“, worauf das instrumentale  „Photograph“ in dunkler Schönheit ohne viel Chi-Chi gefällt. Das „Third Family Portrait“ ist ein die Seele wärmender Folksong vom Feinsten und auch „The Road To Nowhere“ vermag zu erfreuen: diesmal jedoch mit temperamentvollen Rhythmen, während sich „Old Gemini“ in luftige Schwerelosigkeit wagt, bevor das finale „Bad Blood“ von Bens schwieriger Kindheit erzählt und langsam mit explosiven Drums und einem einsamen Klavier seinen Höhepunkt erreicht.

„Gothic Folk“ nennt sich die Akustik-Spielart, die Ben Cooper aka RADICAL FACE mit „The Familiy Tree: The Leaves“ zum Besten gibt. Mal sind es schlichte Songs, die leicht ins Ohr gehen, dann wieder erhabene Hymnen mit viel Tiefgang, die der Story den passenden musikalischen Rahmen geben. Übrigens stand ursprünglich bei Cooper das geschriebene Wort klar im Fokus. Mit 19 Jahren hatte Ben zwei Romane geschrieben, die allerdings einem verheerenden Festplattenabsturz zum Opfer fielen. Stattdessen hat der Mann sich auf die Musik verlegt, im Learning-by-doing-Verfahren einen Haufen Instrumente erlernt (was Sinn macht, wenn man einer Band als Drummer beitritt, die in drei Wochen einen Gig hat, man selbst aber keine Ahnung vom Schlagzeug-Spiel) und schließlich fast alle Instrumente auf dem jüngsten Album selbst eingespielt.

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