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RAGE - Strings to a Web

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Artist RAGE
Title Strings to a Web
Homepage RAGE
Label NUCLEAR BLAST
Leserbewertung
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7.8/10 (6 Bewertungen)

Die deutschen Ober-Sympathen RAGE hauen mit ihrem zigsten Album kurz nach ihrem 25. Bandjubiläum erneut einen mächtigen Oberknaller der Güteklasse A++ raus! Gleich der rasante und thrashige Opener „The Edge of Darkness“ killt vollkommen, was Smolski hier wieder mal an der Klampfe abzieht, lässt sämtliche anderen Gitarreros im Metal-Bereich erblassen. Der catchy Chorus ist ja mittlerweile ein Trademark von Peavey. Mächtig starker Einstieg, der Geilste seit vielen Jahren!

Die Dampfmaschine hinterm Schlagzeug namens Andre Hilgers macht Druck ohne Ende, was vor allem beim speedigen „Hunter & Prey“ auffällt, das auch extrem thrashy daherbrettert und Peavey mit derbem Gesang zeigt. Der Chorus sitzt allerdings wieder umgehend im Gehörgang fest – perfekter Spagat zwischen Härte und Melodie. Da sind die 3 Herren unerreichte Meister ihres Fachs. Das leicht düster angehauchte und fluffige „Into the Light“ fällt dagegen etwas ab, ist aber dennoch stark genug, die Konkurrenz locker auf die Plätze zu verweisen. Das simpel anmutende „The Beggars Last Dine“ zündet auf Grund der erneut herausragenden Smolski-Spielereien, die eine unglaubliche Bandbreite aufweisen. Düster-Orchestral beginnt das fünfteilige 16-Minutenepos „Empty Hollow“ (das sich aus den folgenden 5 Songs zusammensetzt), bis Victor mit einem schnellen Thrash-Riff einsetzt und den Song vorantreibt. Treibender Track mit Klassik-Verwebungen, die an 90er-Großtaten erinnert – ganz großes Kino und absolut einzigartig! Der dramatische Mehrfachchorus stinkt selbst gegen große BLIND GUARDIAN-Teile an. Ein atmosphärischer Killersong, bei dem Smolski aus dem Handgelenk alles an die Wand spielt! Ebenso atmosphärisch bedächtig beginnt der überragende (Instrumental-)Titeltrack, leicht orientalisch angehaucht und recht progressiv mit DREAM THEATER-Gedächtnisparts versehen. Der lange Solo-Part von Victor zeigt auf, was man mit seiner Klampfe alles so veranstalten kann – unglaublich!

Bedächtig ruhig und schon fast QUEEN-artig geht es mit dem kurzen Instrumental „Fatal Grace“ weiter, welches gerne noch etwas länger hätte sein können. Auch eher bedächtig erschallt das balladeske und extrem gefühlvolle „Connected“ mit teils gehauchtem Gesang, untergemengter Akustik-Gitarre und feinen Streichern im Hintergrund. Hier lebt man seine progressive Seite aus, welche im schreddend-bombastischen, das Epos abschliessende „Empty Hollow Reprise“ wieder in den Hintergrund rückt. Anspruchsvoller denn je haben die Drei mit diesem Mammutepos einen Track geschaffen, an dem sich die Konkurrenz die Finger brechen wird! Ganz schweren OZZY mit ZAKK WYLDE-Touch atmet das groovende „Saviour of the Dead“, welches zu den weiteren Highlights der Scheibe zählt. „Hellgirl“ rockt straight nach vorne, hat einen fast schon poppigen Refrain und ist Andres kleiner Tochter gewidmet. Das derbe riffende „Purified“ schwimmt im Fahrwasser vergangener RAGE-Uptempobanger, nur noch fetter, mit noch geilerem Chorus, noch runder komponiert… einfach noch geiler, als bisher schon!

Geht nicht? Dann zieht Euch einfach diese Killerscheibe rein, die nahezu alle Facetten aus über 25 Jahren RAGE vereint und perfekt verschmelzt. Nach der feinen Ballade „Through Ages“ folgt mit „Tomorrow never Comes“ ein guter Schlußsong, der aber nicht ganz an die herausragenden Momente von „Strings to a Web“ (übrigens der Name einer Fansite deutscher Metal und Hard Rock-Bands) heranreicht. Unterm Strich bleibt dennoch nur eins zu sagen:KAUFEN!!! Trotz einiger „nur guter“ Songs ist „Strings to a Web“ das beste RAGE-Werk der Trio-Besetzungen, enthält aus allen Bandphasen Elemente, an ihren Instrumenten überragende Musiker (über Victor muß man keine Worte mehr verlieren, Peavey wird nach wie vor immer besser und Andre liefert am Kit seine mit Abstand bisherige Meisterleistung ab!) und kann nicht zuletzt mit einem von Charlie Bauernfeind perfekt hingedrehten Sound wegblasen. Besser kann man das nicht machen, Punkt. Abgerundet wird dieses Meisterwerk in der limitierten Digi-Erstauflage mit der Bonus-DVD vom letztjährigen Wacken-Gig, bei dem ja etliche Gäste zum 25-Jährigen mitwirkten Genug der Worte, ab zum nächsten Plattenladen…

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