Band Filter

RAKETKANON - RKTKN#3

VN:F [1.9.22_1171]
Artist RAKETKANON
Title RKTKN#3
Homepage RAKETKANON
Label ALCOPOP! RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
10.0/10 (1 Bewertungen)

Wenn man sich das Foto auf der Startseite der Facebook-Dependance von RAKETKANON ansieht, könnte man auf die Idee kommen, dass sich Jef Verbeeck (Gitarre), Pieter de Wilde (Drums), Lode Vlaeminck (Synths)und Pieter-Paul Devos (Gesang) irgendeiner Form von mittelalterlicher Musik verschrieben haben. Dazu würde auch durchaus passen, dass es sich bei ihrer Homebase Gent um ein mediävales Kleinod handelt. Nun ist es allerdings so, dass man mit dieser Annahme kaum mehr daneben liegen könnte, denn musikalisch ist der Vierer in ganz anderen Gefilden unterwegs.

„RKTKN#3“ zaubert einen Mix aus Noise, Electro und Post-Hardcore, der mit den Opener „Ricky“ zunächst einmal recht gefällig beginnt, doch spätestens mit dem nachfolgenden „Fons“ wird dem geneigten Hörer klar, dass man es hier keineswegs mit massentauglichem Mainstream zu tun hat. Bisweilen jault die Langaxt krachend auf, dann dominiert das elektronische Tasteninstrument, bevor wie bei „Melody“ Pieter-Pauls geheimnisvoller Gesang in den Fokus rückt. Wer sich nun fragt, wovon die Flamen den da eigentlich singen, bekommt vom Fronter zur Antwort, dass es um instinktive Emotionen geht, die man fühlt, wenn man die Songs hört. Alles klar, man darf sich einfach selbst seinen Teil denken und entsprechend die plötzlichen Noise-Bombardements auf „Hannibal“ verdauen. „Robin“ offeriert derweil synthetischen Gleichmut, ehe „Lou“ die trügerische Ruhe mit lärmendem Geschrei unterbricht. „Harry“ verlegt sich währenddessen auf frickeligen Math-Rock, wo „Ernest“ schwer scheppernd durch die Gehörgänge mäandert und „Mido“ für einen dezent vertrackten Abschluss sorgt.

Da sage noch einer, die Belgier verstünden sich nur auf Pommes und Pralinen. Ausgerechnet im malerischen Gent lauert das dunkelste Geheimnis unserer westlichen Nachbarn: laut, düster und progressiv empfehlen sich RAKETKANON (was im Übrigen Flämisch ist und ‚Rocketcannon‘ bedeutet) mit ihrem dritten Streich „RKTKN#3“. Wie die beiden Vorgänger klingen, vermag ich nicht zu sagen, IGGY POP ist jedoch ein großer Fan des von Steve Albini produzierten Zweitwerks „RKTKN#2“ und ich vermute mal, dass der Mann auch seine Freude am aktuellen Studio-Output haben wird.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu RAKETKANON