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RANDALE - Der Hardrockhase Harald (Neue Tierparklieder aus Olderdissen)

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Artist RANDALE
Title Der Hardrockhase Harald (Neue Tierparklieder aus Olderdissen)
Homepage RANDALE
Label NEWTONE
Leserbewertung
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10.0/10 (5 Bewertungen)

Welcher Mensch, der aus Bielefeld stammt oder in dieser Stadt wohnt, kennt „Ollerdissen“ (wie es der Bielefelder auszusprechen pflegt) nicht?! Als Kind zuerst mit den Eltern in regelmäßigen Abständen da gewesen, später dann mit dem Kindergarten, in der Grundschule in Kombination mit einem Besuch im Bauernhausmuseum, kurze Pause Anfang der weiterführenden Schule und dann spätestens mit dem ersten Freund wieder, um das Pärchentum so richtig zu zelebrieren. Und dann mit dem zweiten Freund und dem Dritten und so weiter und so fort. Inzwischen ist man (in meinem Falle) Mitte 20 und es ist noch gar nicht so lange her, dass ich das letzte Mal da war. Außerdem habe ich mir sagen lassen, dass viele Pärchen den Tierpark auch gerne in den Abendstunden nutzen, um ihr Sexualleben wieder aufzupeppen und die „Füttern verboten“ Schilder am Wildschweingehege beliebte Trophäen für jedes Jugendzimmer wären. Aber das habe ich natürlich nur gehört. Und so hat wohl jeder Bielefelder seine ganz eigenen Erinnerungen, die mit dem Tierpark Olderdissen verbunden sind. Warum ich das jetzt alles erzähle? Ganz einfach, in meinem CD Player rotieren gerade RANDALE mit „Der Hardrockhase Harald“, die uns neue Tierparklieder aus Olderdissen präsentieren.

RANDALE, das sind Christian Keller (Bass), Jochen Vahle (Gesang), Marc Jürgen (Gitarre) und Garrelt Riepelmeier (Schlagzeug) und sie klingen, als ob die HOUSEMARTINS, DIE ÄRZTE, die RAMONES und JOHNNY CASH zusammen Kindermusik machen würden. „Der Hardrockhase Harald“ ist inzwischen ihr zweites Album mit Liedern über den Tierpark. Hat man beim Debüt „Tierparklieder aus Olderdissen“ noch bekannte Kinderlieder wie zum Beispiel Rolf Zuckowskis „Vogelhochzeit“ verwurstet, haben die Vier bei der Fortsetzung ganz auf Eigenkompositionen gesetzt. Da begegnen wir in der „Hochland Melodie“ dem Hochlandrind McGregory, das gleichzeitig auch das Patenrind von RANDALE ist und das sie, laut Text, ganz doll lieb haben. Der Sound ist rockig, der Refrain eingängig und man erwischt sich dabei, dass der Fuß mitwippt und man sich vor dem geistigen Auge in Erinnerung ruft, wo denn jetzt genau die Hochlandrinder zu finden sind. Ich glaube, in unmittelbarer Nähe des Bärengeheges. Beim „Futternapf Pogo“ finden wir uns im Mäusehaus wieder, wo die kleinen Tierchen sich um den gefüllten Futternapf drängen. Hier hat man mal eben fröhlich Reggae mit Ska gemischt, was aber durchaus zu gefallen weiß. Und an dieser Stelle merkt man auch schon, dass es sich nicht um die üblichen weichgespülten Kinderlieder handelt und wo die Vorlieben der Band liegen. „Der Hardrockhase Harald“ ist natürlich der härteste Hase im Wald, hört gerne Hardrock aus den Hasencharts und steht auf Heavy Hasen. Wie der Titel schon verrät, geht es hier ganz schön zur Sache, inklusive harter Gitarrenriffs und Drumsoli. Als Kind der Gotenszene ist mein persönlicher Favorit natürlich die „Fli-Fla Fledermaus“, die zwar ein bisschen böse ausschaut, aber eigentlich ganz freundlich und auch wohl sehr nett sein soll. Hier wird den Kindern nebenbei noch ein wenig Wissen über Fledermäuse vermittelt und so macht lernen doch Spaß. In „Mama lauter“ geht es um rebellische Eselkinder, die gerne laute Rockmusik hören und ihre Mutter damit in den Wahnsinn treiben. Ein durchaus bekanntes Phänomen, denn: „Mama das ist Rockmusik die muss doch lauter sein!“. Erinnert werde ich dabei an die Kollaboration von AEROSMITH und RUN DMC. Klingt das doch sehr ähnlich. Sehr zu empfehlen auch „Otto der Fischotter“ aus Otterstedt bei Bremen, bei dem die Band verschiedene Stile ausprobiert, um ihn im rechten Licht zu präsentieren. Da ist von Tango über Ska bis hin zu Disco alles vertreten. Zum Schluss gibt es dann noch ein „Kuschellied“ mit auf den Weg, das natürlich sehr leise daher kommt und durchaus „kindgerecht“ ausgefallen ist. Und wer glaubt, dass an dieser Stelle wirklich schon Schluss ist, der sollte ganz genau hinhören, hat man doch noch einen Hidden Track mit auf die CD genommen. Ziemlich kurz und nicht unbedingt spektakulär kommt noch mal die Mundharmonika zum Einsatz und ein letztes Lalala zum Abschluss.

Mit 14 Songs über den Tierpark und seine Bewohner ist „Der Hardrockhase Harald“ eigentlich ein Muss für jeden Bielefelder zwischen 0 und 99, der jemals Olderdissen besucht hat. Und obwohl es eigentlich Kinderlieder sind, kann ich es auch jedem Erwachsenen nur ans Herz legen. Des Weiteren finde ich es absolut positiv, dass man nicht diese zuckersüßen Kindermelodien verwendet, sondern den Rock in Deutschlands Kinderzimmer bringt. Sollte ich aus Versehen doch mal Kinder bekommen, würde ich ihnen dieses Album auf jeden Fall regelmäßig vorspielen und mir sicher wünschen, dass es noch mehr in dieser Richtung gäbe.

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