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RAUNCHY - Wasteland Discotheque

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Artist RAUNCHY
Title Wasteland Discotheque
Homepage RAUNCHY
Label LIFEFORCE RECORDS
Leserbewertung
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7.5/10 (2 Bewertungen)

Nachdem die tödliche Romanze mit dem Pop überstanden ist („Death Pop Romance“ erschien 2006 ebenfalls auf Lifeforce, während der Vorgänger „Confusion Bay“ noch unter der Ägide von Nuclear Blast das Licht der Welt erblickte), machen sich RAUNCHY nun auf in die “Wasteland Discotheque”. Wie zu erwarten war, hat sich die Romanze aber zu einer wahren „Amour Fou“ ausgewachsen, denn Melodien durchziehen den neuesten Output der Dänen ohne Unterlass, natürlich nicht ohne den metallischen Unterbau zu vernachlässigen. Auch wenn die Mannen um Kasper Thomsen durchaus das eine oder andere Mal etwas über das Ziel hinausschießen, ist das neueste Release ein Lehrstück in Sachen „Modern-Emo-Melo-Death-Metal“.

Nach einem bombastischen Goth-Klaviergeplimper-Intro (bei dem man zum ersten, aber nicht zum letzten Mal an AVENGED SEVENFOLD erinnert wird) geht „Somewhere along the road“ dann gleich in die Vollen: Stampf-(nicht Stumpf) Metal, Groove-Beat, hypnotische Gitarrenlinie, Circle-Pit-Part und Double-Bass-Gewitter, Keyboardbreak… alles in einem Song. So hat man es von RAUNCHY erwartet und man wird auch weiterhin nicht enttäuscht. „The Bash“ gibt uns die volle Ladung Dänen-Metal (Typ Hymne), während „Warriors“ schon eine gewisse „Cheesiness“ bei den cleanen Lead-Vocals ausstrahlt (beim Rausschmeißer „The comfort in leaving“ noch einmal ein gebündelter Form vorhanden. Auch hier ist der Weg zu A7X nicht sehr weit). „Straight to hell“ und „Showdown Recovery“ geben uns fachgerecht auf die Mütze und präsentieren die volle Ladung an thrashigem Uhrwerk-Geriffe. „Welcome the Storm“ ist ein sehr guter Mid-Tempo-Kracher. „To the lighthouse“ und „A heavy burden“ bringen noch mal alle Qualitäten der Band gebündelt zum Vorschein, hier gehen Melodie und Härte eine wunderbare Allianz ein. Warum aber das ROCKWELL-Cover „Somebody´s watching me“ nicht als Bonustrack verwurstet wurde, ist mir ein Rätsel, denn die Disco-Metal-Version klingt genauso wie man sie sich vorstellt (Weiterhören: „HEAVENLY – When the rain begins to fall“. Schnarch). Fügt dem Original, außer einem metallenen Anstrich, keine neue Facette hinzu und stört zudem auch noch den Fluss des Albums erheblich.

Alles in allem also ein würdiger Nachfolger zu der sehr guten „Death Pop Romance“–Scheibe, nur müssen RAUNCHY aufpassen sich nicht allzu sehr an die schwarzhaarige Emo-Death-Fraktion anzubiedern (einige Parts sind doch arg mit Keyboards und sleazy Schluffi-Melodien zugekleistert worden. In solchen Momenten klingt man doch arg „amerikanisch“. Auch scheint das Cover an diese Zielgruppe ausgerichtet), denn ansonsten könnte ein gutes Stück der bisherigen Genreübergreifenden Klasse auf der Strecke bleiben.

Nichtsdestotrotz aber mal wieder eine tolle Scheibe, bei der Vati und Mutti gemeinsam den „Propeller-Hero“ geben können. Das muss man ja auch erst einmal schaffen!

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