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RAY CHARLES - King of Cool (3-CD)

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Artist RAY CHARLES
Title King of Cool (3-CD)
Homepage RAY CHARLES
Label RHINO/ WARNER
Leserbewertung
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An dieser Stelle tue ich mich gerade richtig schwer, etwas zu schreiben. Mal ehrlich, was bringt man denn über RAY CHARLES zu Papier? Ich meine, ohne RAY CHARLES hätten sich Blues, Jazz, Soul und auch zig andere Musikstile anders oder vielleicht auch gar nicht weiter entwickelt. Seine Ideen, sein Genie waren (und sind es wohl auch immer noch) Quell und Inspiration für unzählige Musiker. Und kaum einem anderen Musiker wird der Künstlername „The Genius“ so gerecht wie RAY CHALRES. Und nachdem vor nunmehr zehn Jahren ein Film über die frühen Jahre von RAY CHARLES in die Kinos kam (ein bemerkenswertes Stück Zelluloid), wurde nun auch eine Zusammenstellung seiner Songs aus den Fünfzigern und ganz frühen Sechzigern herausgebracht, klanglich restauriert und mit dem einen oder anderen Kleinod versehen.

Ich verkneife mir hier auch nähere Infos zum Musiker. Denn sein Leben füllt ganze Biographien. Egal ob es seine Ehen, seine Kinder (zwölf an der Zahl, der Mann war produktiv), seine Exzesse sind, das würde hier schlicht und einfach den Rahmen sprengen. Eine Kritik an Songs oder gar Auswahl brauche ich auch nicht zu schreiben. Denn eine Zusammenstellung von mal eben 73 Stücken lässt keine Fragen offen. Der geneigte Hörer findet hier alles, was er zu hoffen glaubt. Allein solche Evergreens wie „Sinner’s Prayer“, Jumpin‘ in the mornin‘“ oder das sanft schmeichelnde „I wonder who“ seien einfach mal erwähnt. Denn hier, auf diesen 3 CDs fehlt echt nichts, was zu vermissen sich lohnen würde. Dabei wurde nicht chronologisch vorgegangen, sondern man hat die Stücke für meinen Geschmack einfach gut arrangiert und dabei die ganz großen Hits (z.B. auch „Georgia on my mind“ oder „Unchain my heart“ bis hin zu „Hit the road jack“) gewissenhaft auf alle 3 Scheiben verteilt. Ebenso sind Kleinode vertreten wie „Bag’s guitar blues“, wo RAY mit MILT JACKSON zusammen musiziert. Und während der gesamten Zeit des Hörens fällt immer wieder auf, was ich anfangs erwähnte. Der Mann war ein musikalisches Genie. Was für Pianoläufe, was für grandiose Melodien, was für coole Arrangements in der Bläserfraktion und vor allem was für eine Stimme am Mikro. Und irgendwann habe ich mich durch die Stücke gehört und fühle mich schlussendlich gar etwas in die Fünfziger zurück versetzt. Die Musik atmet den Charme eines Schwarz/ Weiß-Films. Hier schwingt Geschichte mit, ein Hauch von authentischer Vergangenheit und sogar ein wenig Wehmut, diese Musik so nie wirklich live erlebt zu haben. Erinnerungen an die eigene musikalische Stilfindung kommen auch hoch. Denn irgendwann in meiner Vergangenheit bin ich auch über RAY CHARLES gestolpert. Damals war die Musik für mich zu kompliziert und ich verstand ihren Charme nicht. Heute sieht das anders aus. Heute verzaubert mich der Sound. Denn auch hier hat man sich einerseits versucht nahe am Original zu halten (keine Stereo-Spielereien wie z.B. mit den Re-Releases der frühen BEATLES-Alben) und dennoch das Material „schonend“ zu restaurieren. Also erwartet hier keine Wunder. Der Sound klingt authentisch, macht Spaß und lässt sich auch größere Lautstärken gefallen.

Das schöne DigiPak mit kleinem Booklet weiß ebenso zu gefallen. Hier stimmt einfach alles. Die Titel, das Feeling, einfach alles. Und wer sich fragt, warum 3 CDs sein müssen, dem sei geraten, einfach mal zu schauen, was RAY CHARLES alles gemacht hat. Denn diese 3 Scheiben sind nur ein Teil seines Schaffens – und abgesehen davon ein Muss für jede Jazz-Sammlung.

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