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RAY DAVIES - The Kinks Choral Collection

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Artist RAY DAVIES
Title The Kinks Choral Collection
Homepage RAY DAVIES
Label UNIVERSAL
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Die KINKS zählen neben den BEATLES, den ROLLING STONES und THE WHO zu den wichtigsten britischen Bands der Sechziger Jahre. Die Wegbereiter des Punks und Britpops wurden 1964 von den Davies-Brüdern Ray und Dave gegründet und waren Teil der „British Invasion“, die in den Sixties durch die Musiklandschaft rollte. Inzwischen ist Sänger, Gitarrist und Keyboarder RAY DAVIES 65 Jahre alt und offensichtlich im Alter ein wenig ruhiger geworden.

Zumindest erwecken die Neuinterpretationen bekannter KINKS-Songs diesen Eindruck. Davies hat nämlich den 65-köpfigen THE CROUCH AND FESTIVAL CHORUS, mit dem er bereits vor zwei Jahren zusammengearbeitet hat, ins Studio geholt und seinen alten Hits ein neues Gewand verpasst. Dieses ist dergestalt geschneidert, dass die Instrumentierung weit in den Hintergrund tritt und stattdessen der Chor viel musikalischen Raum einnimmt. Beim Opener „Days“ geschieht das mit sehr zarten, fast engelsgleichen Klängen, denen sich auch Rays Stimme anpasst, ehe „Waterloo Sunset“ bisweilen Kirchentags-Feeling erahnen lässt. Glücklicherweise kommt beim ersten Hit aus der KINKS-Schmiede wieder mehr Drive ins Spiel. Die Rede ist von „You Really Got Me“, das in der Chorfassung zwar entschieden zahmer ist, jedoch recht spannend arrangiert wurde. Zweifelsohne ist diese Art der KINKS-Werkschau ein ganz besonderes Unterfangen, mit dem sich nicht jeder anfreunden wird. Eine Nummer wie „Victoria“ bewegt sich halt ziemlich nah an „Sister Act“, was nicht jedem KINKS-Fan gefällt. Bei allen Vorbehalten kommt man aber nicht umhin festzustellen, dass viele der Songs geradezu dafür gemacht sind, vielstimmig gesungen zu werden. Besonders deutlich wird das bei den ruhigeren Vertreter wie „See My Friends“ oder „Celluloid Heroes“. Auch ein Klassiker wie „Shangri-La“ verträgt sich mit fünf Dutzend Sängern, wenn man sich darüber im Klaren ist, dass der Sound wie bei „Working Man’s Cafe“doch deutlich weichgespülter erscheint. Ein echtes Highlight ist jedoch das „Village Green Medley“, das auf dem 1968er Konzeptalbum „The Kinks Are The Village Green Preservation Society“ basiert und auch das flotte „Picture Book“ weiß im Anschluss zu überzeugen. „Big Sky“ kann dieses Niveau leider nicht ganz halten, hier kommt letztlich doch zu viel Katholikentag-Pop durch, dafür bezaubert „Do You Rember Walter“ mit feinsinnigen Melodien, bevor „Johnny Thunder“ auf der Zielgerade noch einen Zahn zulegt. Fehlt noch „Village Green Preservation Society“ und „All Day And All of The Night“, bei dem Rockgitarren zum Schluss noch mal in die Pflicht genommen werden.

Ich kann nicht verhehlen, dass mir die Originale lieber sind, aber die Idee, die Lieder für Chorgesang aufzubereiten, ist nicht übel und absolut professionell umgesetzt. Davon werden sicher insbesondere die älteren Fans angesprochen, die inzwischen auch gern mal in ein bestuhltes Konzert gehen und natürlich die unzähligen Hobbysänger, die selbst in einem Chor singen und um die Schwierigkeiten wissen, einen Rocksong angemessen in Gesang zu kleiden.

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