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RAY WILSON - Propaganda Man

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Artist RAY WILSON
Title Propaganda Man
Homepage RAY WILSON
Label SANDPORT LTD.
Leserbewertung
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9.5/10 (4 Bewertungen)

RAY WILSON war mal ganz kurz Sänger bei GENESIS, wohl ein eher unrühmliches Kapitel in seinem Leben, das endgültig abgeschlossen ist. Mir ist er jedoch wie den meisten schon vorher mit der schottischen Kapelle STILTSKIN untergekommen. 1994 lieferten STILTSKIN mit ihrem Song „Inside“ die musikalische Untermalung für eine Levis-Jeans-Werbung, die den Track gleich bis in die Top 10 diverser Länder katapultierte und dazu führte, dass ich das Lied seinerzeit mal einen ganzen Tag aus dem benachbarten Zimmer einer WG hören musste, in der ich zu Gast sein durfte. Es hätte definitiv schlimmer kommen können, aber irgendwie blieb es bei STILTSKIN dann trotz des kommerziellen Erfolges des Debüt-Albums „In Mind’s Eye“ bei diesem One Hit Wonder. Nach dem GENESIS-Flop „Calling All Stations“ versuchte sich RAY WILSON mit allerhand Kollaborationen und Sologeschichten. Den dritten Solo-Output „Propaganda Man“ gab es bislang nur bei Konzerten oder über die Künstler-Homepage zu kaufen. Das ändert sich jetzt, weshalb wir euch wissen lassen möchten, was euch erwartet.

Es ist ruhiger Singer-/ Songwriter-Stuff, der sich deutlich vom letzten STILTSKIN-Studioalbum „She“ aus 2006 unterscheidet, bei dem es entschieden härter zur Sache ging. Stattdessen wirken die elf Songs vor allem durch Rays raue Stimme und die sorgfältig arrangierten Akustikgitarren-Sounds. Mitunter hält wie bei „The Brakes Are Gone“, „Razorlite“ und „Frequency“ auch mal emotionales Klaviergeklimper Einzug. Spannender ist jedoch die Orgel, die mit dafür sorgt, dass der Titeltrack „Propaganda Man“ ganz klar zu den Highlights des Silberlings zählt. Doch auch die übrigens Songs brauchen sich nicht zu verstecken. RAY WILSON schafft mit seiner Begleitband eine intime Atmosphäre, die dazu beiträgt, dass sämtliche Lieder sehr persönlich und keinesfalls langweilig wirken. „Bless Me“ ist ein gut gelaunter Einstieg, der vom melancholischen „Lately“ abgelöst wird. Nicht minder gefühlvoll präsentiert sich das fragile „Frequency“, welches extrem zerbrechlich wirkt und wunderbare Gitarrenriffs mitbringt. „Modern Day Miracle“ und „Cosmic Baby“ werden beide mit langen Intros eröffnet, die in kraftvollen Melodien münden, während „Things Don’t Stop“ eine fast schon greifbare Traurigkeit vermittelt, die insbesondere durch die Vocals zum Ausdruck gebracht wird. „More Propaganda“ weckt im Vergleich dazu jedoch wieder Hoffnungen, dass sich alles zum Guten wenden wird und so beschließt „On The Other Side“ die Langrille mit einer versöhnlichen Nummer, die nur von Rays Gesang und seiner Akustikgitarre getragen wird.

Wer laute Pauken und Trompeten erwartet, ist bei „Propaganda Man“ falsch. RAY WILSON hat sich auf ruhige Melodien verlegt, die ohne großes Brimborium auskommen und einfach nur schlicht schön sind.

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