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RAZORBLADE - Music For Maniacs

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Artist RAZORBLADE
Title Music For Maniacs
Homepage RAZORBLADE
Label REBELLION
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Das sollen wirklich Rasierklingen sein??? „We are just a Skinhead Band”. Ahhh! Jetzt weiß ich, warum dieser dumpfe, der darwinschen Evolutionstheorie hohnsprechenden Langeweile-Batzen so verdammt zerknautscht und Tausend Mal durchgenudelt wirkt – wie ein pfeilgeschwind den Geschmack, das Aroma und die Kaukonsistenz verlierendes Stück Hubbabubba-Kaugummi. Und ein Fan von Hubbabubba war ich noch nie.

Die penetrant in die Nase gebohrte und leider wie ein Aushängeschild auf die Stirn geklotzte Fuck-Off-Attitüde und der damit eng verschwisterte Biertrinkersimplizismus erzeugen Brechreiz ohne Ende – selbst unter der Bettdecke. Die niederländischen RAZORBLADE mit ihrem „Music For Maniacs“ „oien“ und „oingen“ sich aufs Allernervigste durch auf zwei Akkorde basierende rückwärtsgewandte Idiotentischlereien. Wenn das Punk ausmacht, weiß ich echt nicht, wo bei mir kognitiv-sensualistisch was falsch gepolt ist. Weder die Musik, noch die scheinbar in weniger als fünf Minuten auf Klopapier geschriebenen Lyrics wissen zu überzeugen. Wer im ungezügelten Vollrausch mit Hosenträger, 20-Loch-Springerstiefel, Glatze und Bomberjacke zu dieser unrhythmischen Art Tonversklaverei und gewollt platter Ausdrucksart sich den Körper abpogen möchte, soll dies tun. Die freiheitlich demokratische Grundordnung gibt ihm nahezu uneingeschränkt das Recht dazu die Straßenpennerversion von Dionysos anzubeten. Allen anderen Liebhabern alternativer Musik rate ich jedoch wärmstens davon ab.

„O so you like rock n roll?/ O so now you got tattoed/ But are you wild and free?/ It don’t seem that way to me“. Es wird im Weiteren auch noch – ganz dem Gipfel der Unverschämtheit entsprechend – gefragt, ob denn der Rock n Roll wirklich „King“ sei? Die Antwort: „No rock n roll (unübertrefflich genial diese vortreffliche Leugnung einheitlicher Schreibweise, die Jungs sollten chinesische Kalligraphie lernen!) is trend.“ Der Rock ’n‘ Roll ist ja nur die Grundlage jeglicher Rockmusik, aus dem alles andere seine Abkunft nahm, nein, die Herren akademisch geschulter und exorbitant gebildeter Skinheads wissen den Unwissenden eines besseren zu belehren – und natürlich Fans und vor allen anderen nicht zu vergessen die Musikwissenschaftler, Rockhistoriker und Journalisten! Aber klar doch! Und natürlich ist der Skinhead heute so wild, ungestüm, martialisch-verwegen, kompromisslos-linksradikal und bitterböse-gefährlich und die Staatsordnung ignorierend wie zu guten alten Zeiten! Ach, kommt… bitte… ich bitte Euch, hört auf! „Razorblade appeals to a wide audience of punks, skins, hooligans, hardcore kids and rockers.“ Also wenn das wahr sein sollte, fresse ich nen Besen. Die ach so verschmähten der Rock ’n‘ Roll-Trendteufelsmusik verfallenen Spießgesellen sollen tatsächlich Gefallen an Hosenträgerkinder-Melodien haben? Das sollte mit dem Label zukünftig besser abgesprochen werden. Das kommerzkapitalistische Kalkül wird hier nämlich mehr als luzid, ganz zum Trotze der Skinhead-Freiheit. Gewiss hat kein Rockfan Interesse an RAZORBLADE. Auch der anspruchsvolle Hardcore-Konsument dürfte zurückschrecken bei dieser unzurechnungsfähigen Faselei. Ein Oi! Oi! wäre in jedem Fall authentischer gewesen…

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