Band Filter

RAZORLIGHT - Slipway Fires

VN:F [1.9.22_1171]
Artist RAZORLIGHT
Title Slipway Fires
Homepage RAZORLIGHT
Label VERTIGO
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Es war einmal ein englischer Bassist, der wollte gern seine eigene Band gründen. Die Rede ist von Johnny Borell, der einst das zweifelhafte Vergnügen hatte, mit Pete Doherty bei den LIBERTINES zu spielen, bevor er 2002 RAZORLIGHT ins Leben rief. Zu den Gründungsmitgliedern der in London beheimateten Band zählen außerdem zwei Schweden, namentlich Carl Dalemo (Bass) und Björn Agren (Gitarre), später kam noch der Brite Andy Burrows hinzu, um fortan die Felle zu bearbeiten. Gleich das 2004-er Debüt „Up All Night“ bescherte RAZORLIGHT erheblichen Erfolg, der zwei Jahre später noch vom selbstbetitelten Nachfolger mit den beiden Hitsingles „In The Morning“ und „America“ getoppt werden sollte.

Jetzt ist die Zeit für den dritten Longplayer „Slipway Fires“ gekommen, welcher mit der in Großbritannien bereits sehr erfolgreichen Vorabsingle „Wire To Wire“ schon mal einen kleinen Vorgeschmack geboten hat. Die Klavierballade, die bei den Radiostationen auch hierzulande schon rauf und runter läuft, ist allerdings nicht unbedingt stellvertretend für den gesamten Silberling zu sehen. Verbindendes Glied ist zweifelsohne das große Thema Liebe, jedoch gibt der Vierer bei den meisten der übrigen Nummern deutlich mehr Gas. Da wäre beispielsweise das flotte „Hostage of Love“ zu nennen oder das frickelig-druckvolle „You And The Rest“, bevor „Tabloid Lover“ sich vor dem Rock’N’Roll der Sechziger und frühen Siebziger verneigt. „North London Trash“ ist ein auf Britpop gebürsteter Lonesome Cowboy mit jeder Menge Rhythmus, dann startet „60 Thompson“ erheblich verhaltener. Was mit Gitarrengeklimper beginnt, nimmt jedoch schnell Fahrt auf, während Borell voller Melancholie und Inbrunst in bester SIMON & GARFUNKEL-Manier singt. Auch „Stinger“ lässt es zunächst gemächlicher angehen, jedoch nur, um unbemerkt in die Gehörgänge der werten Plattenkonsumenten zu gelangen, wo sich der episch angelegte Song alsbald zu psychedelischen Orgelklängen festbeißt. Harmonieverliebt präsentiert sich „Burberry Blue Eyes“, dann darf „Blood For Wild Blood“ nach einem kurzen Anlauf am Piano ordentlich auf die Pauke hauen. Die „Monster Boots“ bauen zunächst mit minimaler Instrumentierung Spannung auf, um dann nochmals in die Vollen zu gehen, bevor „The House“ erneut das Klavier vom Anfang bemüht, das diesmal allerdings deutlich reduziert antritt.

Im Vergleich zum Debüt zeigt sich „Slipway Fires“ weniger ungestüm, jedoch mit mehr Ecken und Kanten als der direkte Vorgänger. Der Britpop bleibt eingängig, ist für meine Begriffe jedoch wieder abwechslungsreicher geworden. Gut so!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

RAZORLIGHT - Weitere Rezensionen

Mehr zu RAZORLIGHT