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REAMONN - s/t

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Artist REAMONN
Title s/t
Homepage REAMONN
Label UNIVERSAL
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

REAMONN – Kaum eine andere Band kann sich auf die Fahnen schreiben, eine musikalische Schnittmenge von Hausfrauen UND Indies zu ihren Fans zählen zu dürfen, vor allem live. Von daher kommt den Breisgauern mit dem irisch-stämmigen Sänger durchaus eine integrative Funktion zu. Kuscheln müssen wir doch alle und dafür liefert man seit bereits 10 Jahren den perfekten Soundtrack. Mit dem 5ten Studiowerk muss man sich schon lange nicht mehr beweisen, aber allein die Namensgebung deutet an, dass 2008 etwas besonderes in der Luft liegt. Neudefinition? Musikalische Richtungsänderung? Eher weniger, dafür gibt man sich internationaler bei den Zielen und den Production Values. Gleich 3 Produzenten durften Hand anlegen an den Sound – in Berlin, Los Angeles und Vancouver wurde an den Reglern gedreht. Natürlich nur von absoluten Profis. Herausgekommen ist wieder eine annähernd perfekte Scheibe zwischen Pop und Rock. Nie richtig hart, sehr selten zu seicht. Voller Pathos, Gefühle, Bombast und natürlich wird alles durch Rea Garveys wirklich beeindruckendes Organ zusammen gehalten. ER ist das Aushängeschild, daran muss man nicht eine Sekunde zweifeln.

Mit der vorab ausgekoppelten Single „Through the Eyes of a Child“ ging man ein wenig soft ein wenig auf Nummer sicher. Dennoch sprang ein sehr guter Top Ten Platz dabei heraus. Kompositorisch wesentlich zwingender ist das vom Soundtrack des „Roten Barons“ bekannte „Open Skies“, einladender Refrain, die Weite des Himmels mit musikalischen Mitteln spürbar gemacht. Und mit Sicherheit das Beste an der verkorksten deutschen Film Biographie. Zwischen diesen Polen reihen sich die restlichen 11 Songs ein. „Bombast Rock“ wie beim Opener „Faith“, Gospel-Anklänge („Serenade Me“), Schmachtfetzen à la „It’s over now“ und zum Glück immer mal wieder auch etwas sagen wir härtere Sachen. Besonders positiv zu bewerten das Doppel an Position 6 und 7. Interessant aufgebaute Stücke mit dynamischen Gitarren, einer Prise Prog und einer Spur Folk. Werden live ganz sicher für Stimmung sorgen. Bis dahin plätschert die CD ein wenig vor sich hin, etwas mehr Spannungsfelder in der Setlist hätten hier gut getan. Man merkt Rea und Co. an, dass sie sich immer wieder selbst zügeln, um nicht allzu sehr aus den vorgegebenen Schemata auszubrechen. Dabei könnte man problemlos auch verschachtelter, aggressiver, ja etwas individueller komponieren.

Mit dieser selbstbetitelten Veröffentlichung hat man ganz sicher nicht das Bandeigene Qualitätslevel nach oben hin gesprengt, dafür aber innerhalb gewisser Grenzen ein sehr professionelles und sehr gefühlvolles Rock Pop Album erschaffen, welches die breitgefächerte Zielgruppe allemal zufrieden stellen wird. Wenn schon Radio Musik, dann definitiv solche!

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