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REBENTISCH - Charisma

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Artist REBENTISCH
Title Charisma
Homepage REBENTISCH
Label GRUFTIE-TON
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Das Berliner Projekt um Sven Rebentisch und Jens Bohm dürfte den meisten Lesern des Terrorverlags bereits aus den Reviews der vergangenen Jahre bekannt sein. Immer wieder hat REBENTISCH mit melodischen, tief emotionalen Songs bewiesen, dass Trauer tanzbar ist. Nachdem die letzten Werke über die Labels Danse Macabre und AF-Music veröffentlicht worden waren, ist man nun zu dem kleinen, ebenfalls aus Berlin stammenden Label Gruftie-Ton zurückgekehrt, auf dem 2005 auch schon das Debut „Weltschmerz“ erschienen war.

Sehr schön gestaltet präsentiert sich die CD, mit einem außergewöhnlich gut gelungenem Artwork, das auf die Songs des neuen Werkes perfekt einstimmt. Den Opener bildet das neue, extrem tanzbare Stück „Denen Du etwas bedeutest“. Bereits nach dem ersten Durchlauf hatte sich der Song in meinem Ohr festgefressen. „Durch Dich“ präsentiert sich im elektronisch-rockigen Stil, der das Tempo etwas drosselt, dafür aber sehr gut groovt. Bei „Junkie“ treffen gesprochene Worte in Belarusian und Deutsch (Alexander Krupp von KALTHERZIG) auf sphärische, schwebende Synthi-Welten, die eine extrem kalte, melancholische Atmosphäre entstehen lassen. „Kindertotenlied“, das auf einem Text von Friedrich Rückert basiert, dürfte den eingefleischten Fans bereits bekannt sein – wurde er doch (freilich in anderen Versionen) bereits auch früher schon veröffentlicht. Die neue Fassung wurde dennoch vollkommen überarbeitet und erstrahlt so in neuem Glanz. „Extasy“ stellt einen weiteren melancholischen, ja fast monumentalen Augenblick auf dem Silberling dar. Mit „Ich lieb´ Dich so wie Du bist“ geht es musikalisch wieder deutlich tanzflächenorientierter zu, wobei auch hier niemals der Wert auf textlichen Inhalt vernachlässigt wird. Sven Rebentisch nimmt kein Blatt vor den Mund und paart das mit einem großen Ohrwurmfaktor. Mit „Letzter Anblick“ gibt es einen weiteren Rebentisch-Klassiker in neuer Version, die ebenfalls sehr frisch daherkommt. „Am Bahnhof“ verzichtet auf musikalische Untermalung und konzentriert sich auf das gesprochene Wort. „Ganesha“ präsentiert sich wiederum rein instrumental und bietet so die Möglichkeit, das zuvor Gehörte zu verarbeiten. „Crescent/ Dennis“ entstand in Zusammenarbeit mit Calvin Kleemann und ist ein wundervoller dunkler Popsong zwischen Melancholie und Verzweiflung. Da Sven Rebentisch selbst ein großer Bewunderer und Fan von ANNE CLARK ist, verwundert es nicht, dass er die Coverversion von „Killing Time“ ebenfalls neu bearbeitet hat. Unter dem Titel „Zeit totschlagen“ ist dabei eine äußerst kühle, düstere Interpretation entstanden, die das neue Werk gelungen abrundet.

REBENTISCH steckt auch 2014 noch voller Energie und veröffentlicht mit „Charisma“ ein sehr ausgereiftes Werk, das vor Abwechslungsreichtum nur so strotzt. Tanzbare Songs sind ebenso enthalten wie Stücke, die einfach nur gehört werden wollen. Hervorheben möchte ich zudem die sehr gute Bass-Arbeit von Jens Bohm, der den Stücken zu noch mehr Druck verleiht. Fans werden sich die Scheibe sowieso kaufen – allen anderen sei geraten, einmal reinzuhören.

Anspieltipps: „Denen Du was bedeutest“, „Ich lieb Dich so wie Du bist“, „Crescent“ und „Zeit totschlagen“

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