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REBENTISCH - Weltschmerz

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Artist REBENTISCH
Title Weltschmerz
Homepage REBENTISCH
Label GRUFTIE-TON
Leserbewertung
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7.1/10 (9 Bewertungen)

Mit Weltschmerz verbindet man Trauer, Fernweh, Heimweh, Depression, Kummer, Melancholie, Niedergeschlagenheit, Schwermut, Sehnsucht, Trübsinn aber auch Besinnlichkeit, Stille, Hoffnung, Sehnsucht und von nun an… REBENTISCH. So nennt sich das Projekt des Darkwave/ Pop-Musikers Sven Rebentisch aus Berlin, der mit „Weltschmerz“ sein offizielles Debütalbum vorlegt. In gut 7 Jahren musikalischen Schaffens entstanden einige Demos in Eigenproduktion, teilweise unter dem Namen DAMION IN THE CASKET. Seit 2001 verzichtet Sven auf dieses Pseudonym und nennt sich beim Nachnamen.

Das komplett in schwarz-weiß gehaltene Booklet enthält nur die Songtexte. Keinerlei Danksagungen oder Grüße. Auffällig ist, dass sich REBENTISCH und dessen Label Gruftie-Ton ein und dasselbe Logo teilen. Ein comicähnliches gezeichnetes Gruftie-Gesicht mit Tränen als Augen, ernstem Mund, Irokesenfrisur und Sicherheitsnadel im Ohr. Das alles verrät noch rein gar nichts über den Inhalt des Albums, und auch das einzige Foto auf der Rückseite des Booklets zeigt uns Mastermind Sven geheimnisvoll „nur“ von hinten. Ebenso geheimnisvoll und geradezu bedrückend klingt das erste, rein instrumentale Stück des Albums „(T)raum“. Die Pianoballade wird abgelöst vom Song „Keine Zukunft“, der elektronischer, tanzbarer und freundlicher klingt. Sehr gegensätzlich dazu der Text, der von zu später Erkenntnis handelt und von Svens traurigem Sprechgesang lebt. „Dein Biss“ klingt wie ein 80iger Jahre Wave Pop-Song. Melodie und Melancholie setzen sich sofort bei mir fest. Dieses Liebeslied begeistert vor allem durch die Vorstellung, die im Songtext beschriebene zauberhafte dunkle Nacht zu durchstreifen. Leicht schräg, aber noch schwermütiger und sehnsuchtsvoller besticht „Durch Dich“ mit eindeutigen Liebesbotschaften. Dieser Titel war bereits auf dem Demo-Album „Der Traum in Gedanken“ enthalten und wurde nochmals überarbeitet, um jetzt noch authentischer und reifer zu klingen. Auch „Vaterliebe“ vom Album „Defizit“ wurde neu aufgenommen und klingt dadurch viel lebendiger. Immer wieder wird der Mut zum Widerspruch deutlich. Da wäre der äußerst tanzbare Song, ganz im Gegensatz zum Thema zerrütteter und kaputter Familienverhältnisse. „Fernweh“, das zweite Instrumentalstück des Albums, soll den Hörern die Möglichkeit geben, eigene Gedanken beim Hören der Musik entstehen zu lassen. Erst nach mehrmaligem Anspielen erschließt sich mir, dass die erste Strophe des Songs „Single“ rückwärts gesprochen wird. Langsam und sanft umrahmt die Musik Svens Erzählung vom unfreiwilligen Alleinsein, die ein Abbild seines eigenen Daseins darstellt. „Kindertotenlied“, ein Gedicht von Friedrich Rückert aus dem Jahre 1872, wurde in einen äußerst tanzbaren und eingängigen Song verwandelt, wobei der Text von Trauer, Verlust und bedrückender Einsamkeit nur so strotzt. Ein schweres Thema mit dem REBENTISCH Menschen berühren und Tatsachen schonungslos vor Augen führen möchte. Die Ballade „Verstoßen“ fasst zusammen, was „Weltschmerz“ ausmacht. Schwärzer als schwarz und für alle Momente in denen man glaubt, dass es nicht schlimmer kommen kann. Abschließend das dritte und letzte Instrumentalstück „Nordfriesland“, mit Raum zur eigenen Meinungsbildung oder eine Hommage an des Künstlers Heimat?!

Vorliegendes Debüt „Weltschmerz“ überzeugt mit wunderbaren Texten, die Botschaften vermitteln und zum Nachdenken anregen. Ein Vergleich zu anderen Bands finde ich absolut unpassend. Das Album lebt von Svens eigenen Erfahrungen, Anschauungen und den Versuchen Klischees zu brechen. Für alle, die Musik nicht nur zum Spaß hören!

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