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RED CITY RADIO - Paradise

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Artist RED CITY RADIO
Title Paradise
Homepage RED CITY RADIO
Label PURE NOISE RECORDS
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RED CITY RADIO habe ich vor ziemlich genau einem Jahr zum ersten Mal wahrgenommen. Die Punkrock-Kapelle aus Oklahoma City war damals u.a. mit HOT WATER MUSIC unterwegs und ich hatte das Vergnügen, die Herrschaften in Köln zu sehen. Bei dieser Gelegenheit konnte ich auch bereits einen ersten Song aus dem vierten Album der US-Amerikaner zu hören – allerdings wusste ich das beim Hören von „Love Is A Liar“ noch nicht. Die zwölf Songs auf „Paradise“ werden im November 2019 vermutlich schon auf einem guten Weg gewesen sein, denn die Arbeiten an der Platte konnten Dallas Tidwell (Schlagzeug), Garrett Dale (Gesang & Gitarre), Ryan Donovan (Gitarre) und Derik Envy (Bass) noch vor dem ganzen Corona-Wahnsinn abschließen.

Live-Konzerte, von Covid-19 noch keine Spur – das klingt in der Tat nach paradiesischen Zuständen, aber trifft das auch auf den aktuellen Silberling der 2007 gegründeten Combo zu? Nun, nur eitel Sonnenschein herrscht nicht unbedingt, vielmehr stehen jede Menge Schwierigkeiten und Herausforderungen auf dem Zettel, aber Garrett, der Sänger mit der Reibeisenstimme, beschreibt das Paradies, um das es hier geht als einen mitunter harten Weg, den jeder gehen muss, um sein ureigenes Paradies zu finden. Und wie steht es um die musikalische Umsetzung? Die beginnt mit dem bittersüßen Opener „Where Does The Time Go“ zunächst einmal recht schwermütig, erfährt jedoch mit dem nachfolgenden „Baby of The Year“ gleich mal einen ordentlichen Tritt in den Arsch. In diesem Sinne schließt sich auch das temperamentvolle „Did You Know?“ an, ehe man beim bereits erwähnten „Love A Liar“ zunächst ein Sample des spirituellen Gurus Ram Dass hört. Ram Dass spricht über die Natur des Verfalls und darüber, dass diese sowohl schön als auch schrecklich sei. Dieser treibende Song verkörpert die Philosophie und Haltung, die RED CITY RADIO heute mehr denn je antreibt. Aber da gibt es auch fast unbeschwerte Punk-Romantik („Young, Beautiful & Broke“) sowie eine gute Portion Pathos („100,000 Candles“), bevor der gut gelaunte Titeltrack „Paradise“ mit viel Drive ins Ohr geht und das rhythmusbetonte „Edmond Girls“ nicht minder energiegeladen übernimmt. Für das großmäulige „Doin’ It For Love“ haben sich RED CITY RADIO ein paar Hooks bei THIN LIZZY ausgeliehen, während „Apocalypse, Please!“ dank seiner Singalongs so positiv klingt, dass man den Weltuntergang kaum noch erwarten kann. Im „Fremont Casino“ wird zu Handclaps auf das Feinste akustisch gejammt und „Gutterland“ sorgt für einen feurigen Schlusswirbel auf der vermutlich positivsten Langrille, die RED CITY RADIO bislang gemacht haben.

Wenn es nach dem Fronter geht, ist „Paradise“ auch das beste und lustigste, was RED CITY RADIO bislang gemacht haben. In Unkenntnis der gesamten RCR-Discografie kann ich mir hier kein Urteil erlauben. Zweifellos ist das jüngste Baby der Band aber ganz hervorragend geraten. Eine Empfehlung an Fans von HOT WATER MUSIC, THE GASLIGHT ANTHEM & Co.

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