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RED INK - Falscher Freund

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Artist RED INK
Title Falscher Freund
Homepage RED INK
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Ein etwas kryptisches Artwork ziert die neueste Scheibe aus dem Hause RED INK. Ein schönes Digi Pack fürwahr, der nähere inhaltliche Sinn bleibt mir allerdings (vorerst?) verborgen. Wie im übrigen auch die bisherige Bandgeschichte der aus dem Raum Demmin (Osten der Republik) stammenden Truppe. Die veröffentlichen immerhin schon seit 1995 CDs wie beispielsweise „Verstehst du“ oder „Gewaltsame Stille“. Deutsche Titel, deutsche Texte, und ihr Genre bezeichnen sie selbst als „Trash-Core mit Frischzellenkur“ (Orthographie übernommen!). Da man im Line Up auch eine Dame namens Anna hat, welche an der Geige operiert, war ich doch einigermaßen neugierig auf den Gesamtsound. Zumindest deuteten die Bilder von der Releaseparty auf energiegeladene Mucke hin, waren auch nicht gerade wenig Leute am Start…

Und mit dem Titelsong brät man gleich unbarmherzig los. Fetter Sound, der in die Magengrube geht, aggressives Gebrülle und ein Text, der an Offenheit nichts zu wünschen übrig lässt. Hört sich ziemlich nach SOULFLY bzw. SEPULTURA (MIT Cavalera) an, nur der Drumsound könnte noch knackiger sein. Bei „Herz aus Stein“ geht man dann etwas variabler zu Werke, neben abgehacktem Riffing gibt es auch einen Mittelteil mit Drehleier und Schalmei, klingt auf den ersten Höreindruck ein wenig ungewöhnlich, man gewöhnt sich aber daran. Aber nicht zu lange, denn im weiteren Verlauf geht es fast permanent auf die Glocke, da scheint sich in letzter Zeit einiges angestaut zu haben im emotionalen Bereich. Nett sind „Ausreißer“ wie der cleane Gesang bei „Hör auf zu nörgeln“ (guter Text!) oder auch das bedächtige „Deine Angst“, hier können die Hörmuscheln mal etwas ausruhen. Ungewöhnliche Parts wie ein Djembe Solo oder auch der Einsatz einer Maultrommel sorgen dafür, dass der Wiedererkennungswert jederzeit gewahrt bleibt.

Kein Wunder, dass man regional schon für RAMMSTEIN und OOMPH! eröffnen durfte, wenngleich RED INK wesentlich heftiger zu Werke gehen. Diese Band verfügt über Spielfreude und das nötige technische Know How fett zu braten. Und Shouter Biene zählt auch nicht gerade zu den Anfängern seines Fachs. Nach meinem Dafürhalten sollte er aber seine Stimme variabler einsetzen, das Potenzial dazu hat er. Wenn man dann noch die ungewöhnlichen Stilelemente besser in das Gesamtbild integriert, könnten so langsam auch mal die Plattenfirmen an die Tür klopfen…

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