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RED TAPE PARADE - Ballads of the flexible Bullet

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Artist RED TAPE PARADE
Title Ballads of the flexible Bullet
Homepage RED TAPE PARADE
Label LET IT BURN
Leserbewertung
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7.9/10 (8 Bewertungen)

Es gibt Titel und Namen, die muss man wohl nicht wirklich verstehen. Zu „RED TAPE PARADE“ fällt mir jedenfalls erst mal spontan nichts ein, was Sinn macht. Aber muss denn immer alles Sinn machen? Ich denke nicht! Und darum denke ich auch nicht darüber nach, was uns die Band mit dem Albumtitel „Ballads of the flexible Bullet“ mitteilen möchte und konzentriere mich lieber um das Liedgut, das sich dahinter verbirgt.

Dieses verteilt sich auf 16 Kompositionen mit einer Gesamtspiellänge von 37 Minuten und vereint die Spielfreude des Punk mit der Entschlossenheit des Hardcore und der Unkontrolliertheit einiger Screamo-Elemente. Aus diesen Bausteinen kreieren RED TAPE PARADE ihren Sound, der über weite Strecken an BOYSETSFIRE erinnert; vor allem da sie ein gewisses Maß an Melodie nie außer Acht lassen. So bekommt man direkt bei „Deadleaves“ einen guten ersten Überblick über das, was einen auf dem Debüt-Album des bayrischen Quintetts erwartet. Der Opener startet mit einem der zahlreichen und jederzeit recht gelungenen Sprachsamples, bis der musikalische Einstieg der Band dann ziemlich (oldschool) hardcoremäßig einsetzt, dann aber in eingängigen und kernigen Rock umschwängt. So geht es dann auch beim folgenden „One Cup Of Coffee Closer To Death“, bei den man die Parallelen zu den bereits erwähnten BOYSETSFIRE schon gut erkennen kann. Diese scheinen auch nicht von ungefähr zu kommen, tourte man doch kürzlich mit THE CASTING OUT, jener Band, mit der Ex-BSF Sänger Nathan Grays seine musikalische Laufbahn nun fortsetzt. Schlagen Songs wie „Flight 815“, „The Great Escape“ und „Friendly Fire“ noch in die gleiche, eher melodische Kerbe, gibt es da auch noch die raue Seite. In dem knackig kurzem „Less Than A Minute“ lässt Vokalist Manuel so richtig die Sau raus und schreit wie am Spieß von Crew-Shouts begleitet zu entschlossenem Drumming und erdigem Riffing. „Tatooine“ und „Theme Song“ sind weitere Stücke, bei denen einem seine Stimmbänder fast schon leid tun. Generell ist zur erbrachten Leistung am Mikrofon zu sagen, dass hier sicherlich nicht „The Worlds Greatest“ am Werke ist, dennoch hat die Stimme von Herrn Mueller etwas für sich. Phasenweise wirkt sie etwas nervig, man hat allerdings dennoch das Gefühl, dass es irgendwie passend ist. Klingt komisch – ist aber so. Was den Umgang mit den Klangwerkzeugen angeht, verdeutlicht auch das eben letztgenannte Stück, dass die Herren nicht zum ersten Mal ihre Instrumente in der Hand halten: Nette, nicht wirklich aufdringliche Riffs, groovender Bass und treibende Drums, die einfach stimmig sind. Unter den überfallartigen Ausbrüchen, welche bei all der daraus resultierenden Hektik entstehen, leidet die technische Seite jedenfalls nicht – mehr noch: die Tempo- und Dynamikwechsel unterstreichen umso mehr das können der fünf Burschen, welches durch die ordentliche Produktion der LP noch mehr heraussticht.

Balladen findet man auf „Ballads of the flexible Bullet“ zwar nicht (was wieder die Frage nach der Bedeutung aufwerfen könnte), dafür aber 16 knackige Songs, die gut zu unterhalten wissen. Der ganz große Hit befindet sich nicht darunter, dafür sind sie aber im Gesamtbild angenehm abwechslungsreich. Der Mix aus Hardcore, Punk und Screamo gepaart mit Melodie gelingt dem Fünfer sehr gut und wird durch die Sprachsamples zu Beginn oder am Ende des Liedgutes schön in Szene gesetzt. Nicht ausschließlich, aber vor allem „One Cup Of Coffee Closer To Death“, “Dead Letter Office“, “Friendly Fire” und das punkige „Fingerprints“ sollte bei allen nun Neugierigen mal durch den Player sausen – und Freunden von BOYSETSFIRE seien RED TAPE PARADE ohnehin ans Herz gelegt.

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