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REMEMBER TWILIGHT - Musik über Niedergang & Verderben

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Artist REMEMBER TWILIGHT
Title Musik über Niedergang & Verderben
Homepage REMEMBER TWILIGHT
Label ECHOZONE
Leserbewertung
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8.5/10 (6 Bewertungen)

REMEMBER TWILIGHT, eine Formation aus Stuttgart, drückt mit dem Namen bereits aus, wofür ihre Musik steht. Sie sorgen für die zwielichtigen Zwischentöne in der Metal-Szene. Diese Zwischentöne werden durch das Verbinden des klassischen Klangbildes von Geigen, Oboe und Cello mit dem brachialen Sound von Metal und Core hervorgerufen. Dabei sind Anflüge von Folk ebenso wahrnehmbar wie Rückbesinnung auf schon mal Dagewesenes. Die deutschen Texte, die überwiegend mit tiefergelegter, growliger Stimme vorgetragen werden, beschwören schwarze Romantik herauf und zeigen Momentaufnahmen der Sinnsuche in einer zerrissenen Welt.

Mit „sINnTROstlos“ wird ein vielsprechender instrumentaler Starter gewählt, der den konzertanten Klangteppich eines Streichquartetts über die metallenen Gitarren und das Schlagzeug legt. Die nächsten vier Tracks lassen melodisch nicht an Niedergang und Verderben denken, denn mit schnellem Takt und teilweise hämmernden Gitarren werden die Toten aus dem Grab gehoben. Purer Hardcore, trotz sekundenlanger Sequenzen der Streicher, die für nur kurze Zeit verschnaufen lassen, bevor es düster und rasant weiter geht. Dann mit dem alten Brecht-Song „Mackie Messer“ wird ein Experiment gewagt, um dem selbstgeschaffenen Genre des Kammermusik-Core gerecht zu werden. An der Themenmelodie wird nicht gerüttelt, aber der Hintergrund total metallisch ausgeleuchtet. Doch an dieser Stelle scheint der Damm gebrochen und die Dissonanzen bei „In the long run – Am Ende“ bringen das Verderben verdammt nah. Sanfte Töne des Klaviers leiten dann zu „Am Strand – Spuren im Sand“ über, bei dem man den Atem des Windes zu hören meint und leicht ins Träumen gerät, bis dann „Ein Rendezvous“ mit brachialer Gewalt den Traum zerstört. Den Abschluss bildet ein Remix der „Künstler der Dekadenz“ von METALLSPÜRHUNDE.

Der Silberling ist ein klarer Favorit für die Metaller unter den Fans und bedient alle Standards dieses Genres, um gleichzeitig durch neues Instrumentarium Töne einzubringen, die hier bislang eher seltener zu hören waren. Ich persönlich finde es schade, dass die Texte wegen der stark „eisenhaltigen“ Instrumente kaum zu verstehen sind. Gerade, wenn deutsche Lyrik vorgetragen wird, möchte ich etwas davon haben, weil ich Text und Musik als Einheit sehe. Gleichwohl mag die Aussteuerung dem Genre entsprechen und tut dem metallischen Kern der CD keinen Abbruch.

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