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RENÉE FLEMING - Dark Hope

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Artist RENÉE FLEMING
Title Dark Hope
Homepage RENÉE FLEMING
Label UNIVERSAL MUSIC
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Kam noch vor kurzem erst PETER GABRIEL mit einem eklektischen Cover-Album um die Ecke orchestriert, debütiert jetzt die amerikanische Opern-Sängerin RENÉE FLEMING mit einem gewollt „abseitigen“ Sammelsurium aus „Hits“, entnommen aus dem Indie-Pop-Universum.

Nachdem Rick Rubin mit JOHNNY CASH gezeigt hat, dass derart gewagte Neuinterpretationen durchaus neue Facetten aufzeigen können, scheint dieses Vorgehen fast inflationär missbraucht zu werden. Meint doch neuerdings jeder zweite Mainstream-Künstler, seine Indie-Roots aufzeigen zu müssen. Meist schwebt jedoch der Muff eines reinen „Produzenten-Albums“ über solche Vorhaben… Wenn jetzt auch noch eine international gefeierte Opern-Diva (die auch einige Parts auf dem „Herr Der Ringe“ Soundtrack eingesungen hat) mit solch einem Longplayer reüssiert, dann sollten dem geneigten Musikliebhaber die Schweißperlen auf die Stirn treten, klingeln doch intern schwülstige Alarmglocken, dass dabei nur NIGHTWISH-Schlonz oder unhörbares, seelenloses Gejammer herauskommen kann… Aber wie sooft heißt es: Unbenommen herangegangen an das Sujet und zumindest Entwarnung geben, denn „Dark Hope“ bietet fast durchgängig hörbare Kost. Hier also die Track-by-Track-Analyse:

Der Anfang ist leider unglücklich gewählt, versumpft „Endlessly“ von MUSE im Billig-Beat und Casio-Georgel. Dennoch wird dem Hörer eines klar: Der Sopran wird zuhause gelassen, stattdessen ist der Gesang dunkel, warm und keineswegs überkandidelt. „No One´s Gonna Love You“ (BAND OF HORSES) kommt da schon um einiges sympathischer um die Ecke: Sehr schöner Gesang, die der famosen Melodie mehr als gerecht wird, das Ganze umrahmt von leichtem Beat und sanften Gitarrenklängen. Sehr gelungen! „Oxygen“ (WILLY MASON) verfügt ebenfalls über einen gewissen Reiz. Groovige Drums und Kirmes-Akkorde bei der Strophe konterkarieren den melodischen Refrain. Es folgt „Today“ von JEFFERSON AIRPLANE, tut nicht weh, fällt nicht negativ aus dem Rahmen. Musikalisch hätte der Titel fast auf das PLANT/KRAUSS Album gepasst (wären die Streicher echt gewesen)… Dann wird es zum ersten Mal sehr persönlich, denn mit „Intervention“ wagt sich Madame Fleming an des Rezensenten liebsten ARCADE FIRE-Track… An der Nummer wurde so gut wie gar nichts verändert (glücklicherweise? Warum dann covern?), selbst die Background Vocals erklingen an gleicher Stelle. Dennoch fehlt die unvermittelte Dringlichkeit und der Charme des Originals, es hätte im Endeffekt aber alles schlimmer kommen können. Vernachlässigenswert ist „With Twilight As My Guide“, im Original vom AT THE DRIVE-IN Spin-Off THE MARS VOLTA. Zu elegisch langweilig wirkt die Nummer inszeniert, da hätte man durchaus drauf verzichten können. Dann ein alter Bekannter: „Mad World“ von TEARS FOR FEARS, den meisten sicher eher in der Version von GARY JULES bekannt. Interessant wird es hier durch den reduziert-abgehackten Beat, während die Melodie wieder einmal unangetastet bleibt. Durchaus hörenswert! Und dann wird es noch einmal persönlich, kommt doch der hoch geschätzte PETER GABRIEL hier ebenfalls zu der Ehre, gecovert zu werden. Und sobald „In Your Eyes“ loslegt, wird deutlich, dass die instrumentale Untermalung quasi Eins zu Eins übernommen wurde. Auch der Spannungsbogen wurde unverändert adaptiert. Also eigentlich eine ebenfalls unnötige Version, aber dabei auch überhaupt nicht ärgerlich. Auf „Stepping Stone“ von DUFFY hätte man gerne verzichten können, passt einfach nicht in die thematische Zusammenstellung, dafür „Soul Meets Body“ von DEATH CAB FOR CUTIE wieder umso besser. Die redundanteste Nummer dann zum Schluss, LEONARD COHENS „Hallelujah“ muss nun wahrlich nicht mehr nachgespielt werden, denn JEFF BUCKLEYS ultimative Version wird auf Ewig in den Rockanalen verankert bleiben, auch RUFUS WAINWRIGHT hat sich da bedeutend besser geschlagen. Hier bleibt RENÉE FLEMING einfach farblos und auch instrumental wird hier fade agiert…

Insgesamt muss man also feststellen, dass „Dark Hope“ mit mehr Licht als Dunkel glänzt. Interessierte Hörer, Fans der Originale, dürfen hier gerne ein Ohr riskieren, denn das Album bleibt weitestgehend Pop-Prinzipien treu und die Chanteuse bleibt meist angenehm im Hintergrund. „Dark Hope“ ist weit entfernt von Kopfschmerz verursachenden Schalala. „Solange die dicke Frau noch singt, ist die Oper nicht zu Ende“ braucht also keinesfalls als Schlussstatement herhalten, aber der launige Rezensent will es dennoch so… Hallelujah!

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