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REUBEN HOLLEBON - Terminal Nostalgia

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Artist REUBEN HOLLEBON
Title Terminal Nostalgia
Homepage REUBEN HOLLEBON
Label BRIGHT ANTENNA
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Was weiß man über REUBEN HOLLEBON? Nun der Mann ist wohl in Norfolk aufgewachsen und immer noch zuhause, allerdings zog es ihn als Studiotechniker nach London und nach zehn Jahren, in denen er die Musik anderer Künstler zum Leben erweckte, ist jetzt sein Debüt „Terminal Nostalgia“ an der Reihe.

Gleich nach den ersten Takten des Openers „Haystacks“ bekommt  man Hollebons Kopfstimme nicht mehr aus dem Kopf, die seltsam schwerelos, ein wenig an Elliot Smith und Tim Buckley denken lässt. Musikalisch fühlt man sich derweil mit so verwaschenen Nummern wie „Braced“ und „Faces“ an Bands wie THE NATIONAL und GRIZZLY BEAR erinnert. „Before The Flood“ hat etwas von einem rhythmischen, gezupften Geräuschknäuel, das langsam entwirrt wird, nachdem „Fields, For Fields“ in Slow Motion für erhebliche Dramatik gesorgt hat. Mit temperamentvoller Unruhe übernimmt „A Hand“, ehe diese Ruhelosigkeit mit „Augustus“ ihre reduzierte Entsprechung findet. Diesbezüglich strahlt „The Burr“ nur auf den ersten Blick mehr Gelassenheit aus. Das Grundkonstrukt bleibt komplex und letztlich ist es auch dieser einzigartige Gesang, der immer wieder Rastlosigkeit suggeriert. Nun hat man es hier keineswegs mit einem ADHS-Kandidaten zu tun, aber man darf sich beim Kollegen Hollebon eben auch nicht in Sicherheit wiegen, denn was im ersten Moment den Ohren schmeichelt, bringt im nächsten womöglich noch ein paar Haken und Ösen mit. „On & On“ präsentiert sich dahingehend ungefährlich und trotzdem alles andere als glatt, was im Weiteren auch für das scheinbar schwebende „We’re Gonna Miss Us (When We’re Gone)“ gilt. Mit verstörenden Tonfolgen übernimmt hingegen „Come Back Early“, um schließlich mit den hypnotisch einlullenden Melodien von „Common Table“ zu enden.

So diffus wie das Cover wirkt, dringt auch die Musik auf „Terminal Nostalgia“ in die Gehörgänge und Hirnwindungen. REUBEN HOLLEBON gelingt dabei das Kunststück, verwinkelte kleine Soundlandschaften zu schaffen, die gefangen nehmen, aber nicht ausweglos sind. Die handwerkliche Ausbildung wird ihm dabei zweifellos geholfen haben, aber Talent und ein gutes Gespür für Musik waren hier ebenfalls ganz entscheidend mit von der Partie.

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