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REVOLTING COCKS - Cocktail Mixxx

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Artist REVOLTING COCKS
Title Cocktail Mixxx
Homepage REVOLTING COCKS
Label 13TH PLANET RECORDS
Leserbewertung
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Klar könnte ich euch jetzt erzählen, dass neulich Mutti bei mir zu Besuch war und natürlich hat sie die neue REVOLTING COCKS rumliegen sehen. Zum Glück hab ich mich auf Vaters Mitgliedschaft im Geflügelzuchtverband besonnen, als sie mich nach dem Bandnamen gefragt hat. So wurden aus den REVOLTING COCKS halt mal eben schnell ein paar „Kampfhähne“. Jetzt glaubt aber bitte nicht, dass man das wirklich so übersetzt, auch wenn bei „Devil Cock“ ein paar Hähne aufrührerisch krähen. Gut auch, dass meine Mutter ansonsten wenig Verständnis für das musikalische Sideproject von Al Jourgensen (MINISTRY) aufbringt, dafür muss man bei diesem Industrial, Garbage und Danceclubsound die Boxen einfach zu sehr auf Anschlag drehen lassen.

22 Jahre Existenz für eine aus der Laune heraus entstandene Band dürften schon ein guter Grund sein, um mit „Cocktail Mixxx“ ein paar Hochkaräter wie Jello Biafra, Gibby Haynes oder Billy Gibbons zu featuren. Herausgekommen ist dabei ein rüdes, den Arsch wackeln lassendes, Dance-Cover von „Cocked and Loaded“ aus dem Vorjahr. Aus den gewohnt harten Industrial-Noise und Punkrockattacken mixt man mit Einsatz von allerlei technischen Gerätschaften einen Drink, der schon beim Gumby Mix von „Fire Engine“ für ein schwummriges Gefühl zwischen den Augen sorgt. Der Gehirnachterbahnfahrt folgt jedoch ausgelassene Stimmungsmache und ein über zehn weitere Tracks reichender Dancemarathon. Noch ein wenig wacklig auf den Beinen führt „10 Million Ways to die“ im Jammin’ the Radar Mix die Tanzschritte im Reggae und Drum n Bass Gewand. Spätestens beim Searing Social Problem Einsatz („Caliente“) fühlt man Bleigewichte in den militärisch gedrillten Beinen, wobei das ganze sehr verdächtig an die ELECTRIC SIX-Dancecommanders erinnert. Das Album braucht Lautstärke und verlangt nach Alkohol, erst dann kommen die feinen Sex-Lyrics und permanent rhythmisch vibrierenden Speed-Tracks zur vollen Geltung. „Prune Tang“ ist dafür Beweis, wo andere schon den Katastrophenschutz rufen würden, schießt dieser Track Chaingun-mässig aus der Hüfte.

Doch es geht auch „gemächlicher“, wenn die Beats von „Dead End Streets“ im 86Mix klopfen und surrende Riffs im elektronischen Takt wummern, wird man nostalgisch und erinnert sich gerne an WHITE ZOMBIE. Aber so richtig die Hüften kreisen lässt erst der kühle „Pole grinder“, bei dem der „It hurts when I piss“-Mix nicht das einzig geschmacklich fragwürdige ist. Al Jourgensen und seine Mitstreiter Luc van Acker (eine belgische Legende) sowie Clayton Worbeck orientieren sich mit „Cocktail Mixxx“ am 85er Erstling „Big Sexy Land“ das sich ebenso schwerverdaulich, tanzbar gab und eine ebenso stetige Attacke auf sämtliche Wahrnehmungsorgane darstellte. Wer heute noch keine Kopfschmerzen hat, dem wird abgeholfen. Alle anderen freuen sich über durchgeschwitzte Shirts…

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