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REVOLVERHELD - In Farbe

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Artist REVOLVERHELD
Title In Farbe
Homepage REVOLVERHELD
Label COLUMBIA/ SONY
Leserbewertung
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„Das zweite Album ist immer das schwerste“ sagt man in Musikerkreisen. Ja, das mag sein und das zweite haben REVOLVERHELD ja auch mit Bravour gemeistert. Das dritte lässt allerdings viele Wünsche offen. Aber beginnen wir ganz vorne. Das Cover ist ansprechend, der Titel „In Farbe“ gut gewählt, die Jungs gealtert, aber immer noch ansprechend.

13 Songs fasst das dritte Album der Hamburger, darunter auch die aktuelle Single „Spinner“. Ein typischer REVOLVERHELD-Track, der weder schlecht ist noch eine große Überraschung. Genau genommen gilt das für das ganze Album. Beginnen wir mit Stück 1 („Ich werde nie erwachsen sein“): Der Song ist laut eigener Aussage „der Grundstein des neuen Albums“. Jetzt lässt sich darüber diskutieren, was „erwachsen sein“ bedeutet. Mein Textverständnis filtert aus den Lyrics auf jeden Fall raus, dass die Abwechslung fehlt, wenn man erwachsen wird. Ja wo ist sie denn geblieben? Der Opener reißt die eingefleischten Fans sicher vom Hocker, er ist auch wirklich nicht schlecht, aber auch nicht sonderlich innovativ. Klingt fast so, als hätte man ihn aus irgendeiner Kiste gekramt, wo die Überbleibsel von Album Eins und Zwei abgelegt wurden. Weiter geht’s dann mit „Spinner“, wie gesagt, die aktuelle Single. Typisch treibende Melodie, einprägsamer Refrain bzw. Text. Kann man gut hören und schnell mitsingen. Was man auch automatisch tut, aber ich wünsche mir wirklich, ich könnte einen „Aha-Effekt“ verzeichnen. Der bleibt leider aus. Mir drängt sich bereits jetzt die Frage auf: Hat man sich wirklich Mühe gegeben, oder es sich einfach auf der sicheren Seite bequem gemacht? „Mein Leben ist super“ ist eher ein Live-Song und lädt zum Grölen und Springen ein, Ohne wirkliche Ecken und Kanten reißt er mich, trotz seiner Geschwindigkeit, leider nicht mit. „Halt Dich an mir fest“ ist die erste Ballade „in Farbe“. Schöner Text über den Zusammenhalt, wenn man den gemeinsamen Weg verliert. Musikalisch leider auch keine Experimente – einfach REVOLVERHELD: Sänger Johannes schmachtet aus dem Lautsprecher und sein Leid kauft man ihm durchaus ab. Track Fünf: „Immer einen Grund zu feiern“ unterscheidet sich im Grunde nicht von „Mein Leben ist super“ – Punkt! Und ab jetzt gilt „Skip ’n’ Play“: „Alles anders“ passt zwar vom Titel her nicht zur Philosophie der Scheibe, fügt sich aber schön ins bekannte REVOLVERHELD-Muster ein. Ich frag mich langsam: Wo ist die Abwechslung, das Neue, von dem ihr da die ganze Zeit singt? „Darf ich bitten“, empfinde ich persönlich als sehr anstrengend für einen Album-Track. Live kommt er sicher gut rüber – bald wird wahrscheinlich eh eine Live-CD folgen? Nun folgt mein persönlicher Hit: „Keine Liebeslieder mehr“ ist ein schön arrangierter Lovesong, der zumindest textlich überzeugt. Allein durch das Paradoxon. Ich würde gerne die Kompositionen weiter im Detail beschreiben, aber wir würden uns im Kreis drehen. Für mich persönlich habe ich festgestellt, dass ich sehr oft auf „Skip“ klicke und vielleicht drei Lieder wirklich gern höre. Nicht weil das Album schlecht ist, sondern weil sich REVOLVERHELD-Müdigkeit in mir breit macht, Es klingt alles ähnlich bis gleich und unterscheidet sich von den vorherigen Alben überhaupt nicht. Eigentlich schade, denn man hätte mal etwas riskieren können.

Als Fazit lässt sich sagen: Wer REVOLVERHELD bisher mochte, dem wird auch dieses Werk viel Freude bereiten. Wer die Hamburger nur am Rande mal gehört hat, der kann getrost bei den Vorgängern bleiben, denn etwas Neues wird er nicht entdecken. Eine runde, ordentliche Leistung ohne Ecken und Kanten. Leider auch ohne Höhepunkte.

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