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RHEINGOLD - Electric City – Düsseldorfer Schule

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Artist RHEINGOLD
Title Electric City – Düsseldorfer Schule
Homepage RHEINGOLD
Label 3KLANG RECORDS
Leserbewertung
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8.8/10 (5 Bewertungen)

Einmal schneller als Wikipedia sein. Während dort die Düsseldorfer NDW-Formation im Intervall zwischen 1980 und 1984 angesiedelt wird, halten Aufgeweckte anno 2007 ein neues RHEINGOLD-Album in den Händen. Die RHEINGOLD, die als allererste NDW-Formation einen Top 20 Hit hatte (das wunderbare „Dreiklangsdimensionen“). Die für einen sehr abgefahrenen Trash Splatterfilm aus deutschen Landen den Soundtrack beisteuerte („FanFanFanatisch“ für „Der Fan“ mit Désirée Nosbusch“). Deren Mainman Bodo Staiger gar der männliche Hauptdarsteller in diesem intellektuellen Fiasko war. Nach 3 Alben in den frühen Jahren („Rheingold“, „R.“ und „Dis-Tanz“) gibt es tatsächlich ein neues Lebenszeichen der Rheinländer und das sogar in der letzten bekannten Besetzung. Brigitte Kunze scheint lediglich den guten Herrn Staiger geehelicht zu haben. Desweiteren dabei: Lothar Manteuffel, der 1992 zusammen mit Ex KRAFTWERKer Karl Bartos das Duo ELEKTRIC MUSIC gründete. Eine ordentliche Portion Historie als Vorgeschmack aber absolut erzählenswert.

Mit der titelgebenden „Electric City“ huldigt man der Düsseldorfer Schule, manch einer mag es vielleicht nicht glauben, aber neben einer „unbedeutenden“ Pop Punk Band und einer noch unbedeutenderen Fußballmannschaft stammen einige elektronische Legenden aus diesem Hort des Kapitalismus. So handelt es sich dann auch bei 8 der 9 Stücke um Coverversionen bekannter Klassiker. Namen wie FEHLFARBEN, KARL BARTOS, KRAFTWERK oder PROPAGANDA zergehen natürlich wie Cremeschnittchen auf der Zunge. Einige ihrer bekanntesten (vielleicht nicht mal unbedingt besten) Originale werden hier in den aktuellen RHEINGOLD-Kosmos transferiert. Titel wie „Autobahn“, „Es geht voran“ oder „Dr. Mabuse“ sollte jeder kennen, der in den 80ern bereits zu den denkenden Menschen gehört hat. Das bereits angesprochene „Dreiklangsdimensionen“ darf natürlich ebenso nicht fehlen und erfährt eine interessante Frischzellenkur. Die Stücke klingen ein wenig trancig, ein wenig chillig und vor allem zeitlos modern. Der Rumpelcharme früherer Tage mag einer geschliffenen Produktion gewichen sein, dafür könnte man jetzt auch die Zielgruppe verbreitern, so denn sie von dieser CD erfährt. Zuguterletzt gibt es mit „Alte Schule“ noch einen kleinen musikalischen Ausblick auf das, was von RHEINGOLD demnächst noch zu erwarten sein könnte. Wie es der Titel schon andeutet, werden auch hier keine großen Experimente gemacht, warum auch, wenn das Gute so alt bzw. nah liegt.

Ein Tribut an die musikalische Strömung aus Düsseldorf am Rhein soll „Electric City“ sein, was man in den ganz frühen Jahren durchaus mit Deutschland gleichsetzen kann. Eine nostalgische und zugleich homogene Reise in die synthetische Vergangenheit wird hier geboten, die speziell für Liebhaber derartiger Sounds eine Offenbarung darstellen sollte. RHEINGOLD in einer modernen, sehr spannenden Dimension.

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