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RIBOZYME - Blacklist Mercy

VN:F [1.9.22_1171]
Artist RIBOZYME
Title Blacklist Mercy
Homepage RIBOZYME
Label SOLID APPROACH RECORDS
Leserbewertung
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Nicht leicht zu verarbeiten, den Brocken von Platte, den die Norweger RIBOZYME uns hier vorsetzen. Wiegt man sich zu Anfang noch in Sicherheit, dass man es hier mit einem relativ straighten, rockigen Vertreter des leicht industrialisierten Gitarrenrocks der Neunziger zu tun hat, taumelt die Platte später in einen Abgrund aus Noise und kaputten Songs.

Aber langsam: Bis zum vierten Song hört man an jeder Ecke und Kante TOOL bzw. A PERFECT CIRCLE zwischen den Tönen hervor scheinen. Hier wird das gute alte Leise-Laut Spiel zwischen Refrain und Strophen mit Inbrunst zelebriert. Dazu bestimmt eine Mischung aus flüsterndem Gesang, der im Opener wirklich haargenau wie eine männliche Ausgabe von TORI AMOS klingt, und sehnsuchtsvollen Melodien das Klangbild. Ich muss sagen, dass mir die Platte bis hierhin ausgezeichnet gefällt. Danach wird „Blacklist Mercy“ nicht unbedingt schlechter, schlägt aber einen etwas anderen Weg ein. „Threshold“ beginnt mit einem MINISTRY-artigen Rock-Beat, die Gitarren werden durch den Effekte-Schredder gejagt und der Refrain klingt auf einmal nach den NINE INCH NAILS (man höre z.B. „Acceleration Atheist“), respektive deren poppigere Ausgabe FILTER. Danach kommen erst einmal verschiedene moody Industrial-Parts mit geflüsterten Vocals, die vom Gesang her fast an späte NOTWIST erinnern. Sänger Kjartan Ericsson beweist somit, dass er eine wandlungsfähige Stimme hat, die die verschiedenen Stimmungen perfekt herüberbringt. Es folgen traurige Piano-Parts, um dann mit „Finding the Damage“ schließlich im Alternative-Rock Land zu landen. Der Rest der Scheibe ist dann eine Mischung aus allen vorher aufgeführten Einflüssen, bei dem die ganz großen Höhepunkte zwar fehlen, die CD aber mit „The last patrol“ noch einmal einen schönen, ausufernden Song als Schlusspunkt spendiert bekommt.

Die Band ist schon seit 1998 im norwegischen Underground aktiv, war mir aber bis dato völlig unbekannt. Mit diesem Release sollten sie auch in Deutschland Fuß fassen, da die Formation mit ihrem Sound eigentlich alle Fraktionen des „alternativen“ Sounds ansprechen dürfte. Man sollte der Platte schon einige Durchläufe gönnen, weil nach erster Ratlosigkeit dann doch leichte Entzugserscheinungen entstehen können. Qualitativ auf jeden Fall über dem Durchschnitt.

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