Band Filter

RICHARD BARBIERI - Stranger Inside

VN:F [1.9.22_1171]
Artist RICHARD BARBIERI
Title Stranger Inside
Homepage RICHARD BARBIERI
Label K-SCOPE/ SNAPPER
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Manche Künstler sind mit ihrem Instrument verwachsen. Ob das nun gewisse Gitarrengötter sind oder einarmige Drummer – auch RICHARD BARBIERI scheint mit seinem Instrument, dem Keyboard, vereint. Kein Wunder, der gute Herr haut seit über 30 Jahren in die Tasten. Damals noch in der Band JAPAN, bekannter wurde er durch sein Mitwirken bei PORCUPINE TREE. Mit diesen feierte der begeisterte Synthie-Programmierer seine größten kommerziellen Erfolge. Mittlerweile ist BARBIERI alt geworden, aber nicht müde – wie sein Soloalbum „Stranger inside“ beweist.

Fast schon ein wenig überkandidelt treibt der Opener „Cave“ sein düsteres Spiel mit kolportierenden Beats und Magengrubenbässen, was zugegebenermaßen ein schwerer Einstieg ist. Wesentlich zugänglicher das melancholische „All fall down“, welches einem sphärisch fließenden Klangteppich schwermütige Bässe und frohlockende Sprachsamples zur Seite stellt, nur um vom flockigen Piano abzulenken. Leider verkrampft sich RICHARD BARBIERI im Laufe des Albums zunehmend in ausufernden Acht-Minuten-Tracks, ohne wirklich erkennbares Ziel. „Hypnotek“ und „Decay“ z.B. vereinen sowohl ausgefeilte Progfrickelkünste wie auch unendliche Langeweile in scheinbar gewollter Manier. Was von den seltenen, aber vorhandenen Höhepunkten ablenkt. Meister BARBIERI hatte scheinbar viel Zeit, um den harmonischen Firlefanzreigen von „Abyssn“ zu einer wundersamen Ursuppe elektronischer Klänge werden zu lassen. Wirklich evolutionär gibt sich aber erst das spätere „Retina Blur“. Dessen Mix aus orientalischen Flötenklängen und dichter Klangatmosphäre schafft eine Stimmung, die in tanzbaren Beats mündet und den aufmerksamen Hörer belohnen.

„Stranger Inside“ bezeichnet sich selbst. Es wirkt alles ein wenig befremdend introvertiert, was Altmeister BARBIERI da abliefert. Wie es sich für ein ordentliches Instrumentalalbum eben gehört. Seine Synthesizer- & Keyboarderfahrung sowie die vorhandene Kreativität hört man dem Album durchaus an, auch wenn viele Titel dazu neigen, sich um RICHARD BARBIERIs eigene kleine Sonne zu drehen. So ist es halt, wenn man sich zu lange mit denselben Dingen beschäftigt…

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu RICHARD BARBIERI