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RINGO STARR - Y Not

VN:F [1.9.22_1171]
Artist RINGO STARR
Title Y Not
Homepage RINGO STARR
Label HIP-O RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
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RINGO STARR. Ewige Beatles-Legende und solistischer Altmeister oder Althase. Im Falle seines neuesten Outputs „Y Not“ wohl eher Zweiteres. Sicherlich – die Worte eines enzyklopädisch gebildeten STARR-Gebildeten sind dies nicht, kennt meine Wenigkeit doch lediglich das 70er-Frühwerk dieses charmanten und immer locker-flockig drauflos drummenden und entspannt singenden Pilzkopfes.

Das vorliegende Album lässt sich wohlweislich am besten mit den Worten „belanglos“ und „karikaturenhaft“ umschreiben, ist „Y Not“ doch einfach in der Summe das Gesicht eines an früher Demenz leidenden, irgendwie knuffig und verniedlicht dreinblickenden Senioren, der alles nur für gewisse Augenblicke zu verstehen scheint. Die Platte mag auf der einen Seite erheiternd, unbeschwert und belustigend sein, auf der anderen Seite auch um Hoffnung bemüht, die dunklen menschlichen Geheimnisse oberflächlich zu streifen, doch das große homogene Hörvergnügen bleibt leider aus. Das Problem an dieser Good Boys Rock’n’Roll-Werkschau ist nämlich ihre inhärente Inkonsequenz und die ewige Frage des „Schon-irgendwo-einmal-gehört-Habens“ (besonders die BEATLES-Anlehnungen und Selbstzitate wirken etwas verstörend). „Peace Dream“ ist nicht mehr als die kitschige Farce auf Lennons großartiges (und leider für Werbegags viel zu häufig missbrauchtes) „Imagine“, „Walk With You“ traut sich weder richtig rockig, noch straight poppig zu sein (ja, der Dreh- und Angelpunkt und der Eindruck eines zeitgemäßen Album verflüchtigen sich spätestens beim ersten Drittel), Opener „Fill In The Blanks“ wird zwar (wie so oft) von Joe Walsh von den EAGLES instrumental protegiert, doch mehr als klobig-gemütliche Nullfingergriffe bekommen wir leider Gottes nicht zu hören, und Keyboard zugedröhnter Kitsch wie „Mystery Of The Night“ kann nicht mal gegen konventionelle 80er-Schnulzen so richtig anstinken.

Alles in allem kann man sagen: Ja, „Y Not“ ist gewiss nichts Besonderes, mit Bestimmtheit nichts Aufregendes und zum Kauf Verpflichtendes, aber BEATLES- und STARR-Fans werden es wohl auch hier wieder nicht lassen können, ihr Regal mit einem weiteren Plattenüberschuss vollstopfen zu müssen. Dennoch: Obgleich die Arrangements nicht zünden, sollte man die Tatsache nicht verdrängen, dass STARR wie gewohnt treffsicher minimalistisch-markant drummt und singt. Das sorgt streckenweise zumindest für nette Reminiszenzen und Hellhörigkeiten, auch wenn man mit der BEATLES-Manie besser beraten ist.

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