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RISE AND FALL - Our Circle Is Vicious

Artist RISE AND FALL
Title Our Circle Is Vicious
Label DEATHWISH INC.
Leserbewertung

Prinzipiell ist es oft kein weiter Sprung mehr vom Metal zum Hardcore – oder eben umgekehrt. Daher rührt wohl auch das Bemühen einiger Formationen, die Verbindung eben nicht über den konventionellen, szenekompatiblen Metalcore-Weg herzustellen. RISE AND FALL haben vor Jahren in eine ähnliche Richtung gedacht. Seit dem 2004er Debüt „Hellmouth“, das ein Jahr darauf durch seinen Nachfolger „Into Oblivion“ nochmal getopt werden sollte, verschrieb man sich dem düsteren, experimentellen Post-Hardcore und befindet sich auf “Deathwish Inc.” zwischen CONVERGE und SHIPWRECK A.D. mittlerweile auf dem dazu passenden Label. Vier Jahre ließen die Belgier nun ihre Anhänger auf das neue Release warten. Gleich bei den ersten Tönen von „Soul Slayer“ und „Built On Graves“ weiß man aber, dass sich die Wartezeit umbedingt gelohnt hat.

Die ungebändigte und doch so beflügelnde Emotionalität, die man mit dem doomigen Hardcoresound entfesselt, muss erstmal Seinesgleichen suchen. Zwischen schwerem NEUROSIS Doom und metallischem Hardcore der Marke BLACKLISTED wandert man auf einer absolut straighten Ebene und doch sind massig tiefgründige Passagen dabei. Das Album ist ganz klar von den schleppenden, düsteren Tracks dominiert und nur noch vereinzelt treibt man das Tempo an, dass Titel wie „It’s A Long Way Down“ auf dem Longplayer eine Ausnahme darstellen. Schreit der Mix doch somit nach epischen Progressive-Ausflüchten, dezimiert man die geballte Ladung auf zehn knappe Songs und recht kurzweilige 30 Minuten. Dadurch überansprucht man den Hörer allerdings auch nicht zu sehr und behält, wenngleich die drückenden Schallwände klar die Überhand gewinnen, die Intensität des ursprünglichen Hardcore-Sounds. Für absolute Doom-Freunde lohnt es sich, bei „Knowing“ reinzuhören. Hier befindet sich das Tempo endgültig auf dem Tiefpunkt. Eine intensive, düstere Athmosphäre, die sich mit Cedric Goetgebuers experimentellen Sludge-Phasen und dem verzogenen Bassound auch in den restlichen Songs überaus klar bemerkbar macht. Die eigenwillige Produktionsleistung von Kurt Ballou (CONVERGE) trägt zur dunklen Stimmung von „Our Circle Is Vicious“ schließlich noch ihr Übriges bei.

Insgesamt ein verdammt gutes und stimmiges Album, das ich jedem, der auf die oben genannte Bands abfährt oder ähnliche Interpreten aus derselben Ecke favorisiert, wärmstens empfehle. Das Material sorgt für einen bewegenden Soundtrack, der gleichermaßen zu Träumereien, Depressionen und zum absoluten Mosh-Wahnsinn einlädt, fernab von unechten Plastik-Gefühlen. Wer den Blick allerdings ungern über den Tellerrand schweifen lässt, wird wohl an dem einflussreichen Gemisch der Belgier wenig Freude haben. Zurecht haben sie dennoch den Rang inne, eine der erfolgreichsten Hardcore-Bands ihres Landes zu sein. Aus meiner Sicht mittlerweile in dem Genre eh unumgänglich und nach dieser astreinen Scheibe im Moment total on top!

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