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ROMAN RAIN - s/t

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Artist ROMAN RAIN
Title s/t
Homepage ROMAN RAIN
Label DANSE MACABRE
Leserbewertung
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6.0/10 (1 Bewertungen)

Oft kommen die Vertreter der Spielarten schwarzer Musik aus West-Europa und Amerika. Dass aber selbstverständlich auch in den restlichen Teilen der Erde gute düstere Klänge produziert werden, konnte man in der Vergangenheit nicht zuletzt auch an der steigenden Popularität von J-Rock bzw. Visual Kei-Bands erkennen. Aus Russland, genauer aus Wladiwostok stammt Roman Rain, der unterstützt von den Musikern Andrey Kraft (programming, live drums), Alexey Nova (live guitar) und der Backing Sängerin Victoria Sergeeva nun erstmals auch in unseren Gefilden eine CD veröffentlicht. Dabei ist die Formation in ihrer Heimat schon länger bekannt und so konnte man dort bereits mit OTTO DIX zusammen touren und weitere Veröffentlichungen vorweisen.

Das ebenfalls auf den Namen „Roman Rain“ getaufte Album enthält neben neuen Songs auch Tracks aus den bisherigen Schaffensphasen des Sängers. Insgesamt 17 Stücke sind auf dem Silberling zu finden, der ein hohes Maß an Abwechslung zwischen ruhigem Rock, Synthipop, Elektro und Chanson bietet. „Uletaju“ stellt einen midtempo Opener dar, bei dem der emotional singende Frontmann von mitreißenden weiblichen Vocals unterstützt wird. Kein Nachteil, aber sicher doch erst einmal ungewohnt ist natürlich die russische Sprache, die für den ungeübten Hörer zunächst etwas Gewöhnungszeit erfordern dürfte. „Umerla“ ist ein weiterer gefühlvoller Song, der zudem mit passenden orchestralen Elementen angereichert wurde. Noch ruhiger, dafür mit Marschtrommeln und opernähnlichem Gesang bestückt wurde „Moj Ubijca“. Eine erste Überraschung ist „Kukla“, das den Schwerpunkt auf den Einsatz von Elektrosounds verlagert. Bei „Prinzessin der Träume“ wird es dann auch das erste Mal richtig clubtauglich. Zusammen mit dem sehr gelungenen Gesang (weiblich wie männlich) und einem Ohrwurm-Refrain liegt hier mein erster Favorit des Albums vor. „Noch’-Devochka-Noch“, „Stanu peplom“ und „Salomeja“ tendieren mehr in die gemäßigte rockige Richtung. „The Cradle of My Craving“, „Angel“ und „Zerkala“ machen wiederum einen Ausflug in Synthie-Pop Gewässer und sehen dabei gar nicht mal schlecht aus. „Koroleva“, „Piero“ und „Veter Moi“ sind ebenfalls synthiebetonter ausgefallen und fügen sich gut an die vorangegangenen Tracks an. „Vashe Sovershenstvo“ kombiniert rockige Stilelemente mit Elektro und ist ein weiteres Highlight. „Malchik Lay“ gefällt als gefühlvoller Track mit einer bezaubernden Mitsumm-Melodie und sphärischer Grundstimmung. Mit „Rekviem“ wird schließlich dieses Album beendet und sprüht dabei noch einmal vor Emotionen.

ROMAN RAIN veröffentlicht ein Album, das mit seinen siebzehn Tracks dem Hörer einiges zu bieten hat. Musikalisch und auch gesanglich sehr gut produziert, für meinen Geschmack manchmal vielleicht eine Spur zu getragen, kann die CD trotz allem überzeugen. Auf jeden Fall für alle Liebhaber von emotionaler, melancholischer Musik zu empfehlen. Wer mal etwas komplett anderes hören möchte als den üblichen Disco-Einheitsbrei, der sollte hier ruhig mal ein Ohr riskieren.

Anspieltipps: „Prinzessin der Träume“; „Vashe Sovershenstvo“

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