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RON DIVA - Im Westen der Stadt

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Artist RON DIVA
Title Im Westen der Stadt
Homepage RON DIVA
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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7.1/10 (19 Bewertungen)

Bad Salzuflen in Ostwestfalen: Thermal- und Sole-Heilbad. Irgendwie nicht so spannend, oder? Erstaunlicherweise scheint der 55.000-Seelen-Ort aber ein gutes Pflaster für Musiker der Hamburger Schule gewesen zu sein. Frank Spilker (DIE STERNE) hat hier seine Wurzeln, genau wie Jochen Distelmeyer (BLUMFELD), Bernd Begemann ist hier aufgewachsen und auch Bernadette La Hengst (DIE BRAUT HAUT INS AUGE) hat in ihrem Perso als Geburtsort Bad Salzuflen stehen. RON DIVA war auch hier zuhause, allerdings hat es ihn nicht wie all die anderen an Elbe und Alster verschlagen, ihm reichte ein Umzug in das nahe Bielefeld – in die OWL-Metropole, deren Existenz immer wieder angezweifelt wird und die eher nicht als hektische Großstadt kategorisiert werden muss. In Puddingtown hat der Singer-Songwriter also die Inspirationen für seine zweite Platte „Im Westen der Stadt“ gefunden und natürlich kommt die Stadt nicht nur im Albumtitel vor.

Gleich im packenden Opener „Weil Du da bist“ nimmt sich Ron seines aktuellen Wohnortes an, um im Anschluss einen knackigen, bläsergeschwängerten Ausflug zu seiner Hassliebe, der Freien und Hansestadt „HH“, zu unternehmen, die offenkundig als Wohnort für ihn nicht infrage kommt. Hätten wir das also auch geklärt und wenden uns deshalb mit viel Gefühl anderen Fragen zu: „Sag mir“ blickt ebenso wie das nachdenkliches „An dem Tag“ auf Zwischenmenschliches und auch das rotzige „Lauf“ kann sich dieses Themas nicht verwehren. Leise Töne schlägt Herr Diva derweil zu Beginn von „Größer als Du“ an. Zunächst auf eine Akustikgitarre, ein paar Hintergrundgeräusche und natürlich Rons wunderbare Stimme reduziert, nimmt die Nummer, die es auch schon auf dem selbstbetitelten ersten Silberling zu hören gab, langsam Fahrt auf und entwickelt sich zu einem wahren Gänsehaut-Garanten, bevor „Du kennst Dich hier aus“ das Tasteninstrument neben treibenden Langäxten auf absolut hörenswerte Weise in den Mittelpunkt rückt. „Ich schlafe auf dem Boden“ erklärt der Mann, der 2009 mit seinem Song „Sonnenschein“ in Ina Müllers Hafenkneipe für Furore sorgte, und lässt dabei Gunnar Ennen (GISBERT ZU KNYPHAUSEN, außerdem auch Co-Produzent beider RON-DIVA-Longplayer) eine Lap Steel Guitar in Stellung bringen. Mit viel Geschwurbel macht das aufgedrehte „Was allein nie heilt“ weiter, ehe die „Letzte Bahn“ Platz für große Emotionen macht. „Hals über Kopf“ schreitet der zweite Silberling seinem Ende entgegen. Dass auch dieses sehr persönlich wirkende Lied nicht ins Straucheln gerät, ist dabei zweifellos dem gelungenen Songwriting geschuldet.Und natürlich der Band, die RON DIVA um sich gescharrt hat: Falk Ebeler (E-Gitarre & Ebow), Christian Szameit (Orgel, Wurlitzer, Klavier, Bass & E-Gitarre), Gunnar Ennen (Bass, Lap Steel & Gesang) und Utz Wellmann (Schlagzeug & Percussion) machen das Ganze gemeinsam mit der Bläsersektion und den Chorgästen erst richtig rund.

Ich muss gestehen, dass ich vom Debüt nur das besagte „Sonnenschein“ kenne. Auf jeden Fall kann ich kann Frau Müller nur zustimmen, dass der Track zum Heulen schön ist und bin mir sicher, dass sie auch den LP-Nachfolger „Im Westen der Stadt“ lieben wird. Genau wie die Fans von GISBERT ZU KNYPHAUSEN, denen der „Paul Weller Ostwestfalens“ (Zitat „Ultimo“) unbedingt ans Herz gelegt sei.

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