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ROSA ANTICA - Seven

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ROSA ANTICA
Title Seven
Homepage ROSA ANTICA
Label MY KINGDOM MUSIC
Leserbewertung
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7.8/10 (4 Bewertungen)

Nachdem ILLOGICIST die Latte für Veröffentlichungen aus Italien ziemlich hoch gelegt haben, holen einen ROSA ANTICA mit ihrem Release “Seven” wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Nicht, dass wir es hier mit einem Komplettausfall zu tun hätten, jedoch hat jeder lichte Moment auf dieser Platte seinen dunklen Gegen-Part. Auf der Haben-Seite kann die Band eine solide agierende Rhythmus-Truppe und einige nette Song-Ideen verbuchen. Man merkt, dass die Gruppe ausgelutschte Death-Metal-Pfade verlassen möchte, um etwas Eigenes zu schaffen. Wie man aber darauf kommt, den eigenen Stil als „Alternative-Death-Core“ zu bezeichnen, bleibt mir ein Rätsel, denn irgendwelchen „Core“ kann ich beim besten Willen nicht entdecken. Stattdessen gibt es eher gelungene, leicht psychedelische Instrumental-Parts, Keyboard-Sprengsel, die manchmal einen minimalen Gothic-Touch versprühen, sowie einige Nu-Metal Überbleibsel, die es wohl günstig bei „Rudis Reste-Rampe“ zu erstehen gab. Als Grundgerüst dient ein Konstrukt aus melodischem Death Metal mit der passenden Gitarrenarbeit. Soweit, nicht ganz so schlecht…

Leider gibt es einige Punkte, die einem den durchaus möglichen Genuss der Platte etwas erschweren. Als erstes ist die Produktion ein wenig zu lasch geraten und bietet keinerlei Tiefen. Die Drums z.B. klingen fast wie auf der Hutschachtel gespielt. Vielleicht ist man in letzter Zeit auch zu sehr verwöhnt worden, aber die Songs können sich anhand dieses Mankos nicht so recht im Gehörgang festsetzen und es fehlt ihnen dadurch an Durchschlagskraft. Die Geister werden sich ebenfalls am Gesang von „Sir Cage“ scheiden. Denn dieser liegt leider einige Male total neben der Spur. Während die Death-Growls durchaus in Ordnung gehen, ist sein cleaner Gesang leider von einer arg quäkigen und nöligen Natur. Wenn das Ganze dann noch in einer – der englischen Sprache weit entfernten – Intonation geschieht, muss man der Band schon eine Menge Wohlwollen entgegenbringen. Das ist wirklich schade, da die Musik über weite Strecken ja eigentlich ganz spannend ist. Die Lyrics sind dementsprechend auch aus dem Floskel-Kochbuch entnommen und zeugen von fehlendem Sprachgefühl: „Morbid Moaning, Growing – Flowing, Feelings turning, Like a puppets (sic) make me act…“ und so weiter und so fort. Wenn dann noch der schon erwähnte Nu-Metal Gestus bei den Vocals durchdringt, möchte man schon manchmal die Skip-Taste betätigen. Dass diese ganze Kritik eigentlich unnötig gewesen wäre, macht die Sache noch unverständlicher. Das Highlight der Platte „Brucia“ wird nämlich in Italienisch gesungen und macht dabei eine hervorragende Figur. Hier funktioniert die Musik mit dem Gesang sehr gut. Wenn sich ROSA ANTICA getraut hätten, komplett auf ihre Heimatsprache zu bauen, hätten wir es mit einer wirklichen Überraschung zu tun gehabt. Dabei ist es denn kein Wunder, dass das zweite Highlight des Albums in Gestalt eines Instrumentals namens „r.a.“ daher kommt.

Wer sich mit dem expressiven Gesang anfreunden kann, wird seinen Kauf sicherlich nicht bereuen. Trotzdem gilt hier: Besser einmal reinhören und eigene Meinung bilden. Ich für meinen Teil hoffe auf ein zweites Album, welches komplett in italienischer Sprache verfasst wird.

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