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ROSENSTOLZ - Die Suche geht weiter live (DVD)

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Artist ROSENSTOLZ
Title Die Suche geht weiter live (DVD)
Homepage ROSENSTOLZ
Label UNIVERSAL
Leserbewertung
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8.3/10 (6 Bewertungen)

Seit nunmehr 18 Jahren stehen ROSENSTOLZ insbesondere auf der Bühne für gefühlvoll-energetische Songs, in denen sich eine Vielzahl von Menschen ganz unterschiedlicher Schichten wiederfinden kann. Peter und AnNa haben sich eine Nische zwischen Mainstream-Anpassung und Indie-Individualität, zwischen Pop und Chanson, zwischen Kitsch und Ernsthaftigkeit geschaffen. Zwar würde ich persönlich nicht den ganzen Output des Duos zu meinen Highlights zählen, doch erkenne ich das künstlerische Schaffen neidlos an und einzelne Titel wie „Lass es Liebe sein“ können auch mich begeistern. Mal abgesehen von den meist restlos ausverkauften Konzerten, bei denen eine sehr eigene und äußerst faszinierende Stimmung heraufbeschworen wird. Grund genug, sich mit der neuen Live-DVD zu beschäftigen, ganz abgesehen davon, dass durch Plates „Burn Out“ auf aktuelle Bühnenerlebnisse verzichtet werden muss.

Die Berliner können bereits auf einige DVDs zurückblicken, der direkte Vorgänger trägt den Titel „Das große Leben live“, insofern herrscht also auch beim Namen Kontinuität. Mitgeschnitten wurde der Gig am 5.12. in der Olympiahalle zu München, wobei technisch erwartungsgemäß weder Kosten noch Mühen gescheut wurden. Ob Totalen, Close Ups, der Einsatz der Steadycam oder auch solche Schmankerl wie Spider-/ Towercam: Hier waren absolute Profis am Werk, die auch im heimischen Fernsehsessel Konzert Atmosphäre wach werden lassen. 2.5 Stunden Musik quer durch die ganze Discographie von ROSENSTOLZ steht natürlich im Mittelpunkt, immer charmant anmoderiert durch die beiden Protagonisten in ihren typischen Outfits. Sei es ein charmanter Versinger beim Opener „Sternraketen“, eine rockigere Variante vom „Gelben Monster“ (inkl. Gitarrensolo) oder der Einsatz von Wunderkerzen und Schaukel: Immer wird deutlich, dass wir es hier mit außergewöhnlichen Musikern aber auch Menschen zu tun haben, die kleinere Fehler machen. Wer will schon eine perfekte Reproduktion von Alben auf der Bühne? Die mögen zu TOOL gehen. Peter ist kein besonders begnadeter Sänger und er persifliert sich auch gerne selbst, so bei der „Dilettanten-Version“ von „Schlampenfieber“. „Ich geh’ auf Glas“ ist nach langer Zeit mal wieder in der Setlist enthalten, wobei hier auch ein Klavier zum Einsatz kommt. Mal abgesehen von den wunderschönen Lichtstimmungen und der Reminiszenz an den DEFA-Klassiker „Die Legende von Paul und Paula“ sei auch auf die Mitmusiker hingewiesen, die mit all ihrer Klasse die Basis des ROSENSTOLZ-Sounds bilden. Besonders möchte ich Anne de Wolff an der Violine hervorheben, früher bei POEMS FOR LAILA aktiv. Ein Hinweis auf die AIDS-Hilfe darf natürlich ebenso nicht fehlen.

Was soll man weiter ausführen, der Fan weiß, was ihn erwartet und der neugierige Einsteiger bekommt hier eine wunderbare Möglichkeit, in den ROSENSTOLZ-Kosmos einzusteigen. Pathetisch-melancholischer Romantik Pop par excellence mit einer auch optisch attraktiven Sängerin in ihren typischen Dekolletees. AnNa übernahm zusätzlich die Menüführung, als Bonus gibt es Making of und Interviews. Besonders witzig fand ich ja den Namen der Cateringfirma im Abspann: „Rote Gourmet Fraktion“. Augenzwinkern inklusive. Also eine uneingeschränkte Empfehlung meinerseits, alternativ gibt es das Teil wie heute üblich auch als Doppel-CD und in einer Hardcover Deluxe Version.

Tracklist
01 Sternraketen
02 Ich geh in Flammen auf
03 Kein Lied von Liebe
04 Ich bin mein Haus
05 Das gelbe Monster
06 Irgendwo dazwischen
07 Unerwartet (Ein Fenster zum Himmel)
08 Königin
09 Ich geh‘ auf Glas
10 Herzensschöner
11 Schlampenfieber
12 Die öffentliche Frau
13 Sex im Hotel
14 Willkommen, Bienvenue, Welcome + Willkommen
15 Wie weit ist vorbei
16 An einem Morgen im April
17 Lachen
18 Ich bin ich (Wir sind wir)
19 Gib mir Sonne
20 Blaue Flecken
21 Grüße aus meinem Leben
22 Liebe ist alles
23 Auch im Regen
24 Bist du dabei

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