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ROTERSAND - Random Is Resistance

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Artist ROTERSAND
Title Random Is Resistance
Homepage ROTERSAND
Label TRISOL
Leserbewertung
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7.4/10 (12 Bewertungen)

Was soll ich noch groß über ROTERSAND erzählen, was nicht schon massenweise in Szene-Zeitschriften stand, die Herren sind auch live nicht mehr wegzudenken, auf gut deutsch: Ihnen kann man sich kaum entziehen. Richtig groß wurden sie ja mit ihrem zweiten Album, das sehr gerne in den Clubs gespielt wurde, natürlich völlig zu recht. ROTERSAND hatte ich danach etwas aus den Augen verloren, Live- und Remix-Alben waren für mich nur eine Art Ausverkauf und das „1023“-Werk hat mich nicht sonderlich angesprochen, mag im Nachhinein aber eine falsche Sichtweise gewesen sein.

Somit ging ich eigentlich recht neugierig an das neue Album „Random Is Resistance“ heran, denn die Hörproben von der Vorab-EP fand ich schon sehr gelungen, jedoch hatte ich mich zunächst gefragt, ob ich nicht eine Fehlpressung erhalten hatte, denn der erste Song „Yes, We Care“ begann sehr Gitarrenorientiert, handelte es sich hier in Wirklichkeit um ein PINK FLOYD-Album? Wobei in der Vergangenheit ja durchaus schon mal Klampfen im Einsatz waren, von daher eine interessante Art, ein eigentlich elektronisches Album einzuleiten. „Bastards Screaming“ macht dann alsbald klar, wo der Hase auf „Random in Resistance“ läuft – harte, zerrende Elektrosounds gekonnt mit Technoelementen gepaart, mit viel Gespür fürs Detail und einer sich ins Ohr fressenden Einprägsamkeit, wie sie schon vorab bei „War on Error“ zu hören war. „A Number and A Name“ und „Gothic Paradise“ zielen auch noch in diese Richtung, der Rest des Silberlings wurde mit fantastischen/ harmonischen Futurepop Nummer bestückt, die sind so weit vom Durchschnitt entfernt, als ob man DIETER BOHLEN mit MOZART vergleichen würde. Mir schwebt bei vielen Kompositionen auch ständig VNV NATION durch den Kopf, aber nicht als spröde Imitation – ganz im Gegenteil sollten sich VNV hier etwas abschauen, um dadurch härter, abwechslungsreicher, poppiger, mit jeder Sekunde fesselnder zu klingen. Zwar „flutscht“ das neues Album vom Ronan auch ganz ordentlich runter, aber es ist doch bisweilen fade und stinkt im direkten Vergleich mit ROTERSAND etwas ab, denn hier fesselt jeder Beat, jeder Klang, jede Pause, man kommt gar nicht mehr aus der Verzückung heraus. Hier ist einfach alles vorhanden, kleine Stilüberraschungen frischen die Titel immer aufs neue auf, machen jeden Song zum Kleinod, und somit das Album zu einer geballten Stunde Entertainment.

Je länger und öfter ich darüber nachdenke, desto mehr möchte ich „RIR“ jetzt schon zusammen mit RABIA SORDAs neuer Scheibe zum besten Album 2009 krönen, hier passt einfach alles. OK, „If You Don’t Stop It“ liegt ein wenig quer im Magen, misslungener Versuch einer PRODIGY Annäherung, aber noch ganz erträglich. Da der Rest aber überdurchschnittlich ist, fällt das nicht weiter ins Gewicht und ROTERSAND verdienen somit den königlichen Knicks.

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