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ROTOR - Fünf

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Artist ROTOR
Title Fünf
Homepage ROTOR
Label NOISOLUTION
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Was soll die ganze Aufregung um einen Album-Titel? Nummerieren wir doch einfach mal durch! Vielleicht waren das die Beweggründe für ROTOR aus Berlin, ihren Alben schlicht eine entsprechende Zahl zu verpassen. Vier Studioplatten gibt es bereits, dazu den Live-Silberling „Festsaal Kreuzberg“ (weshalb auch ausgerechnet bei einem Konzert-Mitschnitt erfindungsreich werden, der Name der Location reicht doch), weshalb wir nunmehr bei „Fünf“ angekommen sind. Die Anzahl der Bandmitglieder hat sich ebenfalls erhöht, wir sind jetzt bei vier Leuten, was aber keinesfalls bedeutet, dass es bei der 1998 gegründeten Instrumental-Kapelle heuer Gesang gibt.

Man bleibt vielmehr alten Tugenden treu und lässt scheinbare Gegensätze wie Stoner und Psychedelic, Kraut und Progressive Rock aufeinander treffen. Das Ganze achts Songs und 43 Minuten lang, von denen im Übrigen keine langweilig wird. Glaubt man zunächst, der Vierer würde beim Opener „Echolot“ in bester Prog-Rock-Manier vor sich hingniedeln, entlädt sich schnell ein eruptiver Gitarren-Vulkan, während „Fette Kette“ mit dunkel-scheppernden Stoner-Sounds aufwartet und sich „Scheusal“ in filigraner Psychedelic ergeht, die allerdings ihre hämmernden Momente hat. „Rabensol“ hat da fast schon etwas luftig-leichtes, aber natürlich sollte man sich von ROTOR nicht täuschen lassen und auch hier kommt es noch zu gewissen rockigen Auswüchsen, wenngleich ich an dieser Stelle durchaus ein bisschen Gesang vermisst habe. Vergleichsweise leise übernimmt „Volllast“, um wenig später dem Songtitel (hier sind der Hauptstädter offenkundig etwas einfallsreicher als bei der Namenswahl für ihre Langrillen) alle Ehren zu machen. Es scheppert ordentlich im Karton, während „Oktagon“ sich abermals mehr aufs Frickeln verlegt und eine ganz dezente orientalische Note mitbringt. Beim „Herrengedeck“ vermeine ich stattdessen jazzige Untertöne zu hören – allerdings nicht von der Sorte, die man beim Dixie-Frühschoppen am Sonntagmittag erwarten würde; bei ROTOR geht’s schon ein bisschen verschwurbelter zu, wie auch das finale „Weltall Erde Rotor“ zu unterstreichen weiß.

„Fünf“ stellt fast fünf Jahre nach „Vier“ ein weiteres Mal das instrumentale Können der ROTOR-Members in den Mittelpunkt. Genau das ist auch Sinn und Zweck, denn die Musik ist bei ROTOR Dreh- und Angelpunkt. Es gibt nicht die üblichen Medien-Mechanismen, keinen Rummel um einzelne Personen, sondern nur die Fokussierung auf die zügellose und leidenschaftliche Mucke. Gut so!

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