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RPWL - The RPWL Experience

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Artist RPWL
Title The RPWL Experience
Homepage RPWL
Label INSIDE OUT
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Es muss wohl am nahen Osterfeste liegen, dass frühlingsgerecht so einige Scheiben auf den Markt geworfen werden, welche die Eiersuche in recht ambivalenter Weise untermalen. Man könnte auch den alten Spruch „Das Gegenteil von Gut ist Gut gemeint“ bemühen, würde man dies auf das neue Werk von RWPL („The RWPL Experience“) beziehen. Verspricht das Info noch „ein Album, welches in neue Dimensionen vorstößt“, begegnet dem Hörer leider pure Ernüchterung. RWPL haben den Anspruch, Musik als Sprache verbunden mit Texten als neue Ausdrucksform zu definieren, wogegen zunächst erst mal nichts spricht, dass machen ca. eine Millionen Musiker weltweit, ohne dies als Besonderheit darzustellen, dies aber nur als kleiner Seitenhieb zum Promotext.

Letztendlich störend ist die absolute Naivität und damit verbundene Profanität des Gesamtkonzepts. Schwarz Weiß Malerei wo man hinsieht, mit textlicher Einfachheit „dropping Bombs on Children’s Heads“ (Halleluja!) oder dem absoluten Tiefpunkt „This is not a Prog Rock Song“ in dem die Band „augenzwinkernd“ Stellung zu schlechten Kritiken nimmt. Unterirdisch die Textzeile „We are a German Band trying to play the music of Pink Floyd…. “ Fast schon erschreckend ist aber, dass dieser Song fast catchy wirkt. Lediglich in der zweiten Albumhälfte schafft es die Band aus ihrem Top 40 Gehabe herauszutreten. Die Titel „The River“/ „Stranger“ wissen in jeder Hinsicht zu überzeugen. Atmosphärisch dicht mit gesunder Härte und vielfältigem Tiefgang nehmen sie den Hörer mit. „Choose what you want to look at“ ist gut gemeint, von der Thematik aber schon in der Barry Williams Show von Oberguru PETER GABRIEL bearbeitet worden. Leider wird ein Dilemma der Band in dem wirklich wunderschönen „Turn Back the Clock“ offensichtlich. Hart gesprochenes Englisch in wirklich soften Balladen mag hierzulande nicht jedem negativ auffallen, ich habe allerdings schon ein Problem damit, wenn sich ein Englischer Kollege vor Lachen krümmt.

Das Album besitzt oft sehr gute Ansätze, verkommt aber leider doch im Prog Einerlei: Bezüge zu FLOYD, GENESIS und den üblichen Verdächtigen sind 1:1 vor allem in Soloteilen zu erhaschen. Diese Platte bedingungslos zu vergöttern wäre, so leid wie mir das tut, Verrat an Formationen wie AYREON oder PORCUPINE TREE. Hier wird RWPL einen neuen Ansatz suchen müssen, um mit den großen Jungs des Genres mithalten zu können. Ein Weg, das Album einem größerem Publikum zu präsentieren, wäre sicherlich die Track Order umzustellen, da die stärkeren Stücke des Tonträgers im zweiten Drittel zu finden sind.

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