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RUINER - Hell Is Empty

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Artist RUINER
Title Hell Is Empty
Homepage RUINER
Label BRIDGE 9
Leserbewertung
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„Hello you fuckers, you assholes, you social rejects. I hope you get my sarcasm as I generalize our subculture that once had the biggest of mouths. Now scared to just speak up, scared of prepubescent teens with the fastest hands or has-been role models who gave into their own cynism…”

Dieser launige, dennoch treffende Einstieg entstammt aus „Two Words“: Einer musikalischen Abrechnung mit unseligen Tendenzen in der Hardcore-Szene, vorgetragen von Rob Sullivan, seines Zeichens Frontmann der Baltimorer HC-Spezis RUINER. Dass diese ihr Herz auf dem rechten Fleck tragen, wird mit jeder Note auf ihrem zweiten Longplayer bewiesen, welches via Bridge Nine auf das hungrige Volk losgelassen wird. Vor allem die ersten Tracks machen deutlich, wie moderner, dennoch traditionalistischer Hardcore zu klingen hat. Treibende Drums, angezerrte Gitarren, die melodische Linien in den Sound einbringen, das Ganze natürlich garniert mit Vocals, die sich in angepisster Verzweiflung suhlen. Die Geschwindigkeit wird aber schnell in gemäßigtere Bahnen gelenkt, zur Mitte des Albums sogar gänzlich auf Niedrigenergie gestellt. Damit wird dann doch dem dreckigen Doom-Schleich-Faktor gehuldigt, der vielen Alben der letzten Zeit ein wenig an Durchschlagskraft nimmt. Dadurch werden nicht nur musikalisch Erinnerungen an HAVE HEART geweckt, singt Mr. Sullivan auf „Dead Weight“ doch: „I was born a fortunate son. But I learned early on if you want to live, you got to suffer, you got to be willing to bleed…“. Das klingt nicht nur aufgrund der Stimmfarbe verdammt nach den Selbstkasteiungen eines Patrick Flynn.

Insgesamt machen RUINER ihre Sache verdammt gut, lassen aber ein ureigenes Gesicht vermissen, welches „Hell Is Empty“ aus den vergangenen Releases der letzten Zeit herausstechen lassen würde. Aber es gibt zwei gute Gründe, sich das Album dennoch zuzulegen. Zum Ersten hat der unvergleichbare Jay Robbins die Knöpfchen gedreht und der Band einen transparenten Sound geschneidert, die eine warme Live-Atmosphäre verströmt. Der ehemalige GOVERNMENT ISSUE, JAWBOX, BURNING AIRLINES Mitstreiter ist einfach an keinem schlechten Album beteiligt, das verbietet seine Musiker-Ehre. Zum Zweiten kommt das Digipack in einer wunderschönen, sehr aufwendigen Verpackung mit Prägedruck daher und weiß dem Auge zu schmeicheln.

Wer sich schon für die letzten Releases von Bridge Nine begeistern konnte, kann auch hier wieder bedenkenlos zugreifen. Einfach gut zu wissen, dass Musik wie diese noch eine Heimat hat.

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