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RUN RIVER NORTH - s/t

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Artist RUN RIVER NORTH
Title s/t
Homepage RUN RIVER NORTH
Label NETTWERK
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Hinter RUN RIVER NORTH stecken zwei Frauen und vier Männer, deren Familien einst aus Asien nach Süd-Kalifornien gezogen sind. Sie machen Folk-Rock mit erhebenden Hymnen zum Rhythmus von Trommeln, warmen Gitarren, beflügelnden Streichern und mit energiegeladenem Chor-Gesang. Ursprünglich firmierte der Sechser unter dem Namen MONSTERS CALLING HOME, weshalb der Name geändert wurde, entzieht sich meiner Kenntnis, aber es gibt noch einen Song, der diesen Titel trägt.

Und genau mit dieser Nummer startet auch das selbstbetitelte Debüt. Das temperamentvolle Lied berichtet von den Immigranteneltern und ihrer Suche nach dem amerikanischen Traum, der für die Mitglieder von RUN RIVER NORTH womöglich gerade wahr wird. Es ist nämlich noch gar nicht so lange her, da spielten Alex Hwang (Vocals/Acoustic Guitar), Daniel Chae (Electric Guitar/Violin), Jennifer Rim (Violin), Joseph Chun (Bass), John Chong (Drums) und Sally Kang (Vocals/Keys) noch auf kleinen Bühnen. Das war bevor ihnen ihr Video zum beschwingten „Fight To Keep“ einen Auftritt in der Late-Night-Show Jimmy Kimmel live! bescherte. Eigentlich glaubte die Band, vor Führungskräften von Honda zu spielen, weil die Autobauer auf ihr Experiment, einen ganzen Song in der beengten Umgebung eines Hondas aufzunehmen, aufmerksam geworden waren, tatsächlich waren sie als musikalische Gäste für das beliebte TV-Format gebucht worden und konnten plötzlich ihre Fan-Base entscheidend vergrößern. Kein Wunder, beim Tiefgang und der Schönheit der Musik, die das Sextett zu Gehör bringt. So vereint „Beetle“ leise Klänge mit viel Druck und elegischen Streichern, während das leise „Lying Beast“ auf einer uralten koreanischen Volksweise basiert und asiatischen und amerikanischen Folk auf subtile Weise verbindet. Der Titeltrack „Run River North“ lässt auch an regnerischen und stürmischen Tagen unvermittelt die Sonne aufgehen und verbreitet gute Laune, bevor auf „Growing Up“ akustische Sechssaiter und mitreißende Geigen zu Herzen gehen. Mit etwas mehr Drive und Bomast erreicht „In The Water“ das gleiche Ziel, ehe das verträumte „Somewhere“ sich im Midtempo wieder stärker aufs Wesentliche beschränkt. „Foxbeard“ geht noch einen Schritt weiter und gefällt in reduzierter Klarheit, wohingegen das rhythmusbetonte „Excuses“ den Kopf zum Nicken und die Füße zum Wippen bringt. Auf der Zeilgeraden serviert die Truppe mit „Banner“ noch einen echten Schmachter, der das Album mit einem tiefen musikalischen Seufzer enden lässt.

RUN RIVER NORTH verstehen sich auf große Gefühle ohne Pathos und packende Melodien. Ihr abwechslungsreicher Folk-Rock geht ins Ohr und bleibt auch nach mehrmaligem Hören interessant und vielschichtig. Man darf also gespannt sein, was wir aus Los Angeles noch zu hören bekommen werden und ob uns die „Bindestrich-Amerikaner“ (wie sie sich selbst nennen) auch einmal live beehren werden.

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