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RUNNING WILD - Resilient

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Artist RUNNING WILD
Title Resilient
Homepage RUNNING WILD
Label STEAMHAMMER/ SPV
Leserbewertung
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10.0/10 (3 Bewertungen)

Nach dem Schiffbruch des schlappen „Comeback“-Albums „Shadowmaker“ hatte man eigentlich mit einem endgültigen Untergang von Rolfs Jolle gerechnet. Doch anscheinend hat er sich doch nochmal ein bisschen berappelt! Denn der knackige Opener „Soldiers of Fortune“ markiert einen guten Schritt zurück zu alten Tugenden, sogar der Gesang des Kapitäns ist wieder etwas bissiger. Als Fan nimmt man ja schon kleine Wellen dankbar auf, von den Meilensteinen der ersten Bandphase bis Mitte der 90er ist man natürlich weiterhin etliche Seemeilen entfernt. Dennoch ist schon der erste Song gleich Längen besser als das letzte Album. Der zwar bieder-simple, aber dennoch eingängig-tolle Titeltrack rockt schön nach vorne und ist ebenfalls unter gut zu verbuchen.

Herr Kasparek hat neben seiner klassischen Metal-Stimme anscheinend auch sein Riffing wiederentdeckt, was im fixeren „Adventure Highway“ gezeigt wird. Und das Lead-Riff von „The Drift“ erzeugt sogar – man mag es ja gar nicht schreiben – Gänsehaut! Ein urtypisches Rolf-Teil mit Biss und tollem Chorus. Einzig das stereotype 08/15-Drumming schmälert den bislang positiven Eindruck ein wenig. Dennoch sind unter den ersten 4 Songs schon einige Kandidaten für zukünftige Live-Sets, die durchaus zum klassischen Material passen. Auch das etwas sachter fließende „Desert Rose“ hätte gut auf einer 90er-Scheibe der Mannen stehen können, Rolf singt stark, der tolle Chorus packt, der Groove sitzt, das Solo ist Sahne. Scheint doch nochmal einen neuen Jungbrunnen gefunden zu haben, der Herr K. Am schnellen Doublebassbanger „Fireheart“ gibt´s ebenfalls nix zu bekritteln, da fühlt man sich ja schon beinah an glorreiche „Port Royal“/ „Death or Glory“-Zeiten erinnert! Hab ich das jetzt echt geschrieben? Kann ich selber kaum glauben, wo ich doch als ganz alter Fan der Truppe seit Jahren kaum ein gutes Haar an ihnen lasse, aber überzeugt euch selbst! „Run Riot“ schlägt knackig in die gleiche Kerbe, man kann schon fast begeistert sein. Das progressiv-vertrackte „Down to the Wire“ bricht zwar mal aus dem typischen Bandsound aus, kann aber nicht so wirklich überzeugen, da einfach zu unflüssig. Nur der Chorus ist toll. Diesen kleinen Hänger macht man aber mit dem rockigen Riffer „Crystal Gold“ wieder wett, die Klampfen braten hier, wie auf der ganzen Scheibe endlich wieder mit Biss. Mit dem 10-minütigen „Bloody Island“ gibt´s zum Abschluss endlich mal wieder einen klassischen Epic-Langtrack, der auch richtig gut gelungen ist. Nach einem Jack Sparrow-artigen Intro wird fein im Midtempo nach vorne gesegelt und mit einem typischen RUNNING WILD-Gänsehautchorus sowie feinsten Leads endgültig unter Beweis gestellt, dass mit Rock´n´Rolf erstaunlicher-und erfreulicherweise doch noch schwer zu rechnen ist!

Mit dem wirklich starken „Resilient“-Werk hat er seine Kogge zurück in die Spur manövriert, was wohl nicht nur ich für nahezu unmöglich gehalten hatte. Bestes RUNNING WILD-Album der letzten 15 Jahre! Sail on!

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