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RYAN HOLIDAY - Selfish Bruises

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Artist RYAN HOLIDAY
Title Selfish Bruises
Homepage RYAN HOLIDAY
Label GERTRUD TONTRÄGER
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Trennungen sind Scheisse. Der dazugehörige Schmerz lässt einen Wochen und Monate in dumpfer Lethargie die berühmten W-Fragen stellen. Gefangen im eigenen Schmerz, ernährend von Junk-Food und was die Tiefkühltruhe gerade hergibt, suhlt man sich im Selbstmitleid. Sicherlich nicht gerade eine Phase der höchsten Kreativität, die man da durchlebt. RYAN HOLIDAY hatte wohl eher therapeutische Gründe, als er während der Trennung von seiner Frau „Selfish Bruises“ aufnahm.

„I survive“ säuselt er hypnotisch in die pluckernde Elektronik des Titeltracks und klingt dabei, als würde er gerade das nicht vorhaben. Geraderaus in der Schmerzphase spielt er den Trotzigen bei „I apologize no more“, den Ernüchterten, wenn er „Cruel is love“ anspielt oder sich vollends ergibt. „It´s a disaster“ hat ne ziemlich catchy Downtempomelodie für die dumpfe Melancholie, in der sich HOLIDAY textlich bewegt. Dumpf ist allgemein eine gute Bezeichnung für das ganze Album. So richtig emotional will es einfach nicht werden, was uns hier als Elektronikmusik verpackt präsentiert wird. Ob das sanfte Pluckern umgarnt von wimmernder Stimme in „Come home“ oder das Downtempo-Falsettmassaker „Beating myself up“: Irgendwo schämt man sich ein wenig fremd für den Herren. Was ja auch ganz normal ist, in der heutigen Zeit will man die Deprimierten, Schlechtgelaunten und anderweitigen Miesmacher einfach nicht mehr unter sich haben. Die sollen Ihre Antidepressiva nehmen, sich in Bars besaufen oder eben Musik machen. Musik, die man aber eh nicht hören will, weil sie einen daran erinnert, dass nach dem Liebeshoch auch ein ziemlich dreckiges Loch namens Trennungsschmerz auf uns warten wird. Und daran will ja wirklich keiner erinnert werden, sicherlich nicht mal RYAN HOLIDAY.

Der New Yorker Szeneveteran igelt sich mit seinen „Selfish Bruises“ ein und lässt uns doch nicht vollends an seinem Schmerz teilhaben. Lieber versteckt er ihn hinter mäandernder Elektronik und leeren Phrasen. Egal. Will ja eh keiner hören.

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