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RYKER`S - Never Meant To Last

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Artist RYKER`S
Title Never Meant To Last
Homepage RYKER`S
Label BDHW
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

Was für eine Geschichte! Vor gut einem Jahr hätte vermutlich niemand darauf gewettet, dass die RYKER´S als Veteranen der deutschen respektive europäischen Hardcore-Szene eben diese nochmal so richtig aufmischen wollen. Aber erstens kam es anders und zweitens zunächst mal die „Hard to the core“ EP quasi als Appetizer. Es folgten ausgewählte Gigs und Festival-Auftritte sowie die Persistence Tour u.a. zusammen mit SICK OF IT ALL. Hierbei hatten die Jungs offenbar jede Menge Spaß und haben wieder Blut geleckt. Denn nun liegt mit „Never meant to last“ tatsächlich ein vollständiges Comeback-Album vor.

Jedenfalls eine Hürde war dann aber wohl doch zu überwinden, denn Fronter Kid D ist inzwischen nicht mehr mit an Bord. Dies mag im ersten Moment merkwürdig klingen, da man die eigene Identität der RYKER´S natürlich auch stark mit dessen Reibeisenstimme verbindet. Aber mit Dennis (der auch bereits in den 90ern bei BRIGHTSIDE und zuletzt bei TAUSEND LÖWEN UNTER FEINDEN aktiv war) hat man ohne Zweifel einen adäquaten Ersatzmann am Start, der – so viel vorweg – seine Sache einwandfrei macht. Und vielleicht war das ja gerade der Schalter, der noch umgelegt werden musste. Ein wenig frisches Blut, neue Energie und ab dafür. Anno Zwanzigfünfzehn klingt das Kasseler Flaggschiff dann auch irgendwie globaler und frischer als man erwarten konnte, ohne dabei jedoch die eigenen Wurzeln zu verleugnen. Auf die Zwölf gibt es immer noch genug, aber letztlich kann es ja kein heldenhaftes Ziel sein, lediglich den 90er-Spirit zu reanimieren. Besagte EP wird da sicher auch den einen oder anderen Erfahrungswert beigetragen haben.

Das Album startet mit dem Eineinhalbminüter „My demons“ in bester old-school MADBALL Manier direkt auf dem Gaspedal durch. Mit „Fair play overrated“ folgt eine groovige, Riff-betonte Keule, bei der Mike Dijan (u.a. BREAKDOWN, CROWN OF THORNZ) am Mikro New Yorker Flair einbringt. „The outcast´s voice“ wird RYKER´S-typisch von einem kräftigen Basslauf eingeleitet (wie man es etwa von Klassikern wie „Prove yourself“ oder „Cold/lost/sick“ kennt) und entwickelt sich mit seinen Crowdshouts zu einem der Gassenhauer des Albums. Räudig-punkigen Street-Charme bietet dagegen das straighte „We ain´t going away“, bevor „The age of“ als mit Sprachsamples versehenes, semi-instrumentales Intermezzo eine kleine Atempause verschafft. Auch in der zweiten Albumhälfte bleibt es kurzweilig und dynamisch. Mit oft relativ einfachen, aber effektiven Mitteln wird hier auf dicke Hose gemacht und da ein fetter SloMo-Part eingestreut. Craig Setari von SICK OF IT ALL sorgt in „Distractions“ nochmals für Abwechslung am Mikro und internationalen Support, bevor der abschließende „Cowboy Song“ mit melancholisch-balladesken Akustik-Klängen überrascht.

Natürlich der einzige Ausreißer dieser Art. Ansonsten gibt’s 13x kraftvollen, derben Hardcore mit gelegentlicher Metalbreitseite und transparenter, druckvoller Produktion.
Läuft also wieder bei den RYKER´S!

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