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S.K.E.T. - Depleted Uranium Weapons

VN:F [1.9.22_1171]
Artist S.K.E.T.
Title Depleted Uranium Weapons
Homepage S.K.E.T.
Label HANDS PRODUCTIONS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.8/10 (5 Bewertungen)

„Depleted Uranium“ = „Abgereichertes Uran“

Hierzu Wikipedia: „Abgereichertes Uran fällt als Abfallprodukt bei der Anreicherung von Uran für die Energieerzeugung oder Waffenproduktion an. Für die Herstellung von 1 kg Uran mit einem Anreicherungsgrad von 5% werden 11,8 kg natürliches Uran benötigt. Somit stehen 10,8 kg abgereichertes Uran für eine Weiterverarbeitung zur Verfügung. Bisher wurden jedoch nur etwa 5 % des anfallenden abgereicherten Urans weiterverwendet. Auf Grund dieser Tatsachen ist die Herstellung von Uranmuntion im Vergleich z.B. zu Wolframmunition sehr günstig.“

Das Deutsche Elektro Kombinat S.K.E.T. holt zum dritten Vollzeit-Schlag aus und beschäftigt sich konzeptionell mit einer noch weitgehend unbekannten nichtsdestotrotz aber sehr gefährlichen Munitionsart, die beispielsweise im Balkan oder im 2ten Golfkrieg verwendet wurde. Geschosse aus abgereichertem Uran sind Panzerbrechend, kostengünstig und nur sehr schwer abbaubar. Studien belegen zudem gefährliche Auswirkungen auf den menschlichen Körper, Missbildungen und Krebserkrankungen in den betroffenen Gebieten liegen deutlich über Normal-Mass. Letztendlich sind die dauerhaften Auswirkungen des Stoffes noch unbekannt, was mindestens 20 Armeen aber nicht von der Verwendung abhält.

Musikalisch wird das Ganze umgesetzt mittels rhythmisch percussivem Electro, der zwar vordergründig etwas monoton repetitiv wirken mag, doch bei näherer Betrachtung ungemein komplex daher kommt. Waren schon die Vorgänger „Baikonur“ bzw. „Aktivist“ Musterbeispiele für intelligenten Instrumental Electro bzw. Noise, haben die Macher (Kai und Andreas) dieses Mal ihren Stil noch verfeinert. So trifft die percussive Hektik, welche man als harte Version von THIS MORN‘ OMINA beschreiben könnte, nunmehr auf kalt-melodische Flächen im Hintergrund, die gleichsam für Wiedererkennung wie tonale Kälte stehen. Ein Frösteln macht sich breit auf der Haut, während im selben Atemzug die Gliedmaßen im Stroboskop Licht zu zucken beginnen. Der perfekte Soundtrack für einen Film à la „Terminator“: Brutal, ausweglos, maschinell. Nicht zu vergessen die verwendeten Sprachfetzen, die das Geschehen weiter auflockern. Auffällig auch einige Ethno-Einflüsse, seien es nun orientalische oder typische Balkan-Klänge, hiermit wird die Verbindung zu den eingangs erwähnten Schlachtfeldern aufgebaut. Das Abspielen der amerikanischen Nationalhymne in pervertierter Form bringt den moralpolitischen Standpunkt noch einmal klar auf den Punkt – S.K.E.T. beziehen Stellung und gehen damit weit über das normale „Unterhaltungskino“ hinaus.

„Depleted Uranium Weapons“ funktioniert auf verschiedenen Ebenen. Die vordergründig tanzbare, die komplex-verschachtelte, die man sich erst erarbeiten muss und nicht zuletzt die intellektuelle, nicht zwingend notwendig für die Goutierbarkeit der Scheibe aber für das Gesamtverständnis von immenser Bedeutung. S.K.E.T. haben hier ein wahres Meisterwerk ihrer Sparte vollbracht, das auch optisch in der typischen Hands-Verpackung alle Wünsche befriedigt!

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