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S.O.H. - Subversive by Nature

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Artist S.O.H.
Title Subversive by Nature
Homepage S.O.H.
Label KARMAGEDDON MEDIA
Veröffentlichung ..
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Mal abgesehen davon, dass die deutsche Politik zu einem Treppenwitz geworden ist: Politik und Spaß scheinen nicht gut zusammenzupassen. Vielleicht liegt es in der Natur der Sache. Vielleicht hat man auch nur einmal zu oft den stocksteifen (no pun intended!) Guido mit der Narrenkapp auf gesehen. Jedenfalls machen sich Regierung und Bürokratie meist lächerlich, wenn sie Humor beweisen wollen und ansonsten lebensfrohe Musiker mutieren zu grimmigen Missionaren, sobald sie mal über etwas anderes als Sex und Drogen singen. Dabei haben doch schon THE CLASH bewiesen, dass Pop kein Synonym für Plastik sein muss und dass man dazu (gelegentlich jedenfalls) sogar tanzen kann. In dieser Tradition stehen auch SIEGE OF HATE (S.O.H.), die ja schon im Albumtitel andeuten: Die Musik macht Freude, doch die Botschaft ist ernst.

Dass liegt natürlich mal wieder an ihrer Herkunft. In Brasilien spielt der Samba in den Slums, lassen sich selbst die Ärmsten das Feiern nicht verbieten. Ihrer ganzen Wut zum Trotz waren SEPULTURA eine positiv eingestellte Band mit einer klaren Ansage: Es gibt einen Weg aus dem Elend, es gibt Erlösung. Auch „Subversive by Nature“ poltert und brettert, prügelt und brüllt und will dennoch nicht einfach alles kaputtschlagen. Der Schrei „Die!“ ist hier nicht aus morbiden Mordfantasien heraus geboren, sondern aus der Sehnsucht nach einem sinnstiftenden Leben. Dennoch sollten keine Missverständnisse aufkommen: Wer gerne zu „Brazil Lounge 15“ einen Caipirinha schlürft, einen Kurs „Lateinamerikanisches Tanzen für Anfänger“ besucht hat und neugierig Diavorträge über den Karneval in Rio besucht, ist hier definitiv fehl am Platz. Grind, Death und HardCore bilden laut der Band die Eckpfeiler ihres Sounds, man könnte jedoch präzisierend formulieren: Auf die Länge von Grind heruntergefahrener ultraschneller Death. S.O.H. ähneln darüber hinaus ihren Helden von D.R.I. nicht nur im Namen, sondern bringen für die Dauer einer halben Stunde auch wieder die Zeiten der ausrastenden Mosh Pits zurück. Bei diesen herausgeschrieenen Refrains ist keine Gewaltandrohung notwendig, um den Hörer zum Springen und Herumhüpfen zu bewegen. Die wahnsinnige Energie, die Kürze und die Würze erinnern dabei immer wieder an die taufrischen ABADDON INCARNATE, doch hat der brasilianische Vierer seinem irischen Gegenstück ein breiteres musikalisches Vokabular voraus. „Downfall“ stellt eine willkommene Entschleunigung dar und „The Future is your gift“ ist gar Depri-Core. Auf „Fairyland“ darf Drummer Thiago Feijo den Happy-Go-Lucky Beat trommeln, Bruno Gabai stößt ächzende Schreie aus, die so gar nicht Metal sind – und sie kommen verdammt gut! Mit dieser Mischung dürfte die Band ein sicherer Live-Tip sein. Die Texte sind intelligent, wenngleich auch mal ein wenig verwirrend, wenn zum Beispiel in „Misleader“ einige Namen in einem Atem genannt werden, die man sonst so wohl nicht aneinander reihen würde: „Queen, Elizabeth, Khomeini, JFK, Bush, Bin Laden, Jesus, Lucifer“. Und für alle gilt natürlich: „Die!“

S.O.H. glauben im Gegensatz zu Satanisten und Defätisten an Menschheit und Menschlichkeit. Auch wenn es viel zu beklagen gibt, sagt einem das Herz, dass aus ihrer weder belehrenden, noch aufgesetzten Zuversicht auf eine bessere Welt etwas Größeres entsteht als aus Resignation oder Verachtung: Dieser Optimismus steckt an. An das Gute zu glauben ist selten so glaubwürdig gewesen wie auf „Subversive by Nature“. Ghandi, Martin Luther King, Mutter Theresa, der Dalai Lamai, SIEGE OF HATE: Mögen sie lange leben!

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