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(((S))) - Phantom

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Artist (((S)))
Title Phantom
Homepage (((S)))
Label DANSE MACABRE
Leserbewertung
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7.6/10 (5 Bewertungen)

Seit dem ersten Release des mysteriösen Dänen (((S))), das auf den passenden Namen „Ghost“ hörte, habe ich sehnsüchtig auf eine Fortsetzung meines liebsten Trauerspiels des letzten Jahres gewartet. Mit „Phantom“ ist nun ein ebenso passend betitelter Nachfolger erschienen, und ich kann schon jetzt verraten: Meine sehr hoch gestapelten Erwartungen wurden keinesfalls enttäuscht.

„Phantom“ erscheint wie die logische Fortsetzung von „Ghost“, und befindet sich noch immer in den düsteren Gefilden zwischen Post Punk, Wave, Psychedelic und klangtechnischer Poesie. Leise Töne sorgen hier für ganz große Gefühle, und man kann sagen, dass (((S))) die Dinge, die das erste Album auszeichneten, noch verstärkt hat. Die Stimme erinnert noch immer an PINK FLOYD, ist aber, genau wie der Rest des Sounds, noch entspannter geworden. Dennoch ist die Stärke dieses Projekts die Fähigkeit des „Phantoms“, den Nerv des Hörers zu treffen. Die Musik ist direkt, intim, emotional, aber keinesfalls dramatisch. Besonders Songs wie „Addicted To My Dreams“ haben einen Suchtfaktor, der sich anfühlt, als würde jemand das Gefühl des Werkes mit einem Korkenzieher in mein Herz schrauben, dort einpflanzen und in Ruhe wuchern lassen. Auch „We’re In The Wind“, „Hole In The Heart“ und „Tired Hangs The Head“ erzeugen dieses Gefühl. Interessant ist, wie die teilweise kühle Atmosphäre gleichzeitig eine so melancholische und warme Nähe erzeugen kann. Diese Atmosphäre braucht Luft und Raum zum atmen, und „Phantom“ ist ein Werk mit dem (((S))) ein eigenes kleines Universum für sich geschaffen hat. Wenn der Zugang zu diesem erst einmal gefunden ist, verliert man sich darin dauerhaft. Gerade bei „A Handful Of Dust“ ist dieses Universum so schillernd und zerbrechlich, das man zögert es zu berühren – aber man kann auch nicht davon lassen.

„Phantom“ ist verzückend, eigenwillig, bittersüß, und meiner subjektiven Meinung nach absolut unentbehrlich. Sicherlich riskiere ich hiermit, den geheimnisvollen Musiker aus dem Norden auf ein Podest zu setzen, von dem man nur fallen kann. Aber wer einen so autonomen Sound und ein so homogenes Album produzieren kann, weiß sicher auch wie man sich Flügel wachsen lässt. Und nicht zu wissen wer er ist trägt zu dem angenehmen Hörerlebnis bei – denn so wird diese Scheibe wie ein süßes Geheimnis zwischen ihm und mir. Ich kann noch ein paar Geheimnisse vertragen – auch wenn ich nicht versprechen kann, sie nicht hier auszuplaudern.

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