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SADAKO - Bedtimestories

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Artist SADAKO
Title Bedtimestories
Homepage SADAKO
Label TRANSWAVED
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

SADAKO sind fünf Herren aus Österreich, die ganz offensichtlich eine starke Affinität zu Südostasien haben. Zum einen ist Sadako auch der Name eines japanischen Mädchens, das an den Folgen der Hiroshima-Atombombe starb und als erste die bekannten Papierkraniche faltete, die noch heute ein Symbol gegen Krieg und Vernichtung sind. Zum anderen gibt es die japanische Trilogie „The Ring“, die sich mit dem Rachefeldzug eines vergewaltigten und lebendig begrabenen Mädchens gleichen Namens beschäftigt. Und jetzt eben auch noch ein alpenländisches Quintett, das Electro Metal mit japanischem Einschlag macht.

Hört sich nach einer wilden Mischung an? Genau, das tut es allerdings. Man muss die „Bedtimestories“ (um was anderes als Beziehungsgeschichten könnte es wohl gehen?) mehr als einmal hören, um einen Zugang zu den kruden Samples zu finden, die SADAKO da aus ihren Computern zaubern. Ein wenig erinnert das dann an KRAFTWERK, die Metalparts könnten aber auch von OOMPH! sein. „Sinned“ und „Allein“ werden auf Deutsch von Sänger Marx vorgetragen, dafür kommen „Man On Ether“ und „The Fallen“ fast gänzlich ohne Gesang und Gitarren aus. Im Übrigen hält man sich ans Englische und streut immer wieder (vermutlich) japanische Brocken ein. Hört sich ein wenig so an, als würden Szenen aus asiatischen Filmen in die Songs eingebaut. „Okinawa“ klingt für mitteleuropäische Ohren recht eingängig, baut auch vornehmlich auf Metal-Elemente, ähnlich wie „Drowned Cliches“, das aber noch stärker Drum ’n’ Bass-Ansätze verzeichnet. Auch „Alice in Wonderland“ passt hier ins Bild, ebenso wie „Redhat“. Dazwischen erwarten den Hörer aber immer wieder Abgründe, an die man sich erst vorsichtig herantasten muss. Die Kombination aus harten Riffs mit electronisch-sphärischen Ton-Kaskaden und schnellen Beats verlangt schon ein gutes Stück Aufmerksamkeit. Dazu noch Vocals, die abwechselnd stark verzerrt daherkommen, um wenig später nur noch leise zu säuseln und zu guter Letzt den Text nur noch so herausbrüllen. Besonderes Augenmerk gehört noch „La Ultima Hora“. Hier haben SADAKO einen Song in drei eigene Tracks unterteilt, ein Booklet mit Texten wäre bei der Promoscheibe sinnvoll gewesen, so kann ich leider nur vermuten, dass die Texte ebenso wie die Musik aufeinander aufbauen. Nicht zu vergessen natürlich noch die obligatorische Coverversion, die wohl inzwischen bei vielen Bands zum guten Ton gehört: Diesmal hat es „The Four Horsemen“ von APHRODITE’S CHILD erwischt. Recht nah am Original und ganz ohne asiatischen Touch.

Alles in allem eine harte Nuss, wenn man sich aber die Zeit nimmt, gewinnen die Stücke in ihrer Gesamtheit an Reiz. Diejenigen, die sich ein Konglomerat aus Electro, Metal, Industrial, und Drum ’n’ Bass vorstellen können, sollten mit den „Bedtimestories“ ruhig einmal ihr Glück versuchen.

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