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SAGA - Trust

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Artist SAGA
Title Trust
Homepage SAGA
Label INSIDEOUT MUSIC
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.8/10 (9 Bewertungen)

16 Studioalben, drei Live-Releases, acht eigene Compilations, knapp 30 Jahre Musikgeschichte mit über acht Millionen verkauften Tonträgern. Konzerte in mehr als 20 Ländern vor insgesamt 15 Millionen Fans. Die fünf Kanadier um Gründungsmitglied und Frontmann Michael Sadler sind wahrlich nicht faul gewesen! Und jetzt erwartet uns Album Nr. 17 mit dem schlichten Titel „Trust“. Stellt sich natürlich die Frage, ob mein Vertrauen in die Band womöglich enttäuscht wird. Schließlich haben SAGA mit Songs wie „Wind Him Up“ und „On the Loose“ (beide vom 1981-er Album „Worlds Apart“, mit dem sie in Deutschland ihren Durchbruch schafften) die Messlatte sehr hoch gelegt. Zumindest das Cover erinnert an frühere Alben, hier ist das Quintett seinen Fantasy-Vorlieben treu geblieben. Aber in erster Linie geht es ja um den Inhalt, also rein mit der CD in den Player und probehören!

Schon nach wenigen Takten besteht kein Zweifel mehr, ich höre SAGA! Unverkennbar der ureigene Sound der Melodic Progrocker: Sinfonischer Rock voller Gitarren- und Keyboardbombast mit melodischen und virtuosen Duetten und Duellen, angetrieben von einer ebenso agilen wie kreativen Rhythmussektion, durchzogen von edlen Soli und schmeichelndem Harmoniegesang. All das vereint sich bereits im Opener „That’s As Far As I’ll Go“. Weiter geht es mit „Back to the Shadows“, das ebenso gut „Back to the Roots“ heißen könnte. Offensichtlich haben SAGA sich ihrer Wurzeln erinnert und pflegen den opulenten Keyboard-Sound, der sie vor allem hierzulande bekannt gemacht hat. In diesem Stil geht es dann auch weiter, bis Track Numero 5 mit ungewohnten Klängen überrascht. „My Friend“ ist eine Ballade mit Holzbläsern und klassischem Touch, ein Song, wie ich ihn in dieser Art auf keinem der früheren Alben vertreten wüsste. Doch schon der nun folgende Titelsong „Trust“ kehrt zum beliebt-bewährten Bombast-Style zurück, scheint ganz so, als hätte die Band aus den Fehlern der 90-er gelernt. Die Fans wollen nun mal den Progressive Rock der Anfangstage und den bekommen sie hier auch. Dass sie durchaus rocken können, beweisen die inzwischen in die Jahre gekommenen Herren mit „You Were Right“, das wirklich kraftvoll abgeht. Den Schluss macht „On the Other Side“. Beginnend wie ein irischer Folksong, mit Akkordeon und jenem melancholischen Unterton, den die Menschen von der Grünen Insel zu ihrer Lebenshaltung gemacht haben, um dann – SAGA-like – Gitarre, Orgel, Synthiebass und ein Vibraphon-Arpeggio miteinander zu „verfugen“, bevor es dann – ebenfalls SAGA-like – in die Vollen geht.

Alles in allem ist „Trust“ eine Sammlung gut geschriebener Songs, die mit Sicherheit den SAGA-Fans gefallen werden. Echte Highlights wie die eingangs genannten oder „The Flyer“ und „Scrating the Surface“ (beide 1983 auf „Heads Or Tales“ erschienen) fehlen allerdings. SAGA klingen 2006 mehr denn je wie SAGA Ende der 70er/ Anfang der 80er, jedoch kopieren sie sich nicht selbst, sondern haben es geschafft, dass die Musik vielfältiger und gereifter klingt, wohl auch, weil die Arrangements erheblich detaillierter in Szene gesetzt werden. Man merkt der Band positiv die jahrelange Erfahrung an, gleichwohl hat auch der Drummer Brian Doerner, der seit 2004 dabei ist, ganz offensichtlich frischen Wind aus der richtigen Richtung mitgebracht. Übrigens hat 1987 der Deutsche Curt Cress die Felle bei SAGA bearbeitet, vielleicht erklärt das auch den großen Erfolg der Kanadier in good old Germany, eine größere Fangemeinde haben SAGA nur noch in Costa Rica. Gespannt bin ich auf die Fangemeinde bei der kommenden Europatour. Insgesamt dürfte das Durchschnittsalter wohl etwas höher ausfallen. Offensichtlich ist das Interesse der deutschen Fans an den Jungs aus Übersee aber immer noch sehr groß, ein Konzert in der Worpsweder Music Hall ist bereits ausverkauft, so dass noch ein Zusatzkonzert anberaumt wurde. Im Studio haben SAGA auf jeden Fall schon mal bewiesen, dass sie immer noch was von Musik verstehen.

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